Ein lang gehegter Traum scheint zum greifen nah

  • Es war ein lang gehegter Traum.

    Schon als Kind hatte ich davon geträumt, eines Tages seinen eigenen Bauernhof zu besitzen. Während andere von schnellen Autos oder großen Reisen sprachen, sah ich mich meist zwischen Feldern, Ställen und dem Duft von frisch gemähtem Heu. Doch Jahre vergingen. Das Leben führte mich zunächst in einen ganz anderen Beruf, doch der Wunsch blieb – leise, aber hartnäckig !

    Eines Tages war es so weit: Am Rand eines kleinen Dorfes stand ein alter, etwas heruntergekommener Hof zum Verkauf. Die Dächer waren teilweise undicht, der Stall roch nach vergangenen Zeiten, und die Wiesen hatten lange keinen Pflug mehr gesehen. Für viele war es ein hoffnungsloser Fall. Für mich war es die Erfüllung eines lang gehegten Traums.

    Voller Mut – und vielleicht auch mit etwas Naivität – unterschrieb ich den Kaufvertrag.

    Die ersten Wochen waren aufregend. Ich stand früh auf, lief über unser Land und konnte es kaum glauben, dass der Hof nun wirklich uns gehörte. Doch schon bald holte mich die Realität ein.

    Die Maschinen waren komplizierter als gedacht. Die alten Traktoren sprangen oft nicht an. Sie mussten dringend repariert werden.

    Nach nun 3 Monaten dauerschuften, kam doch mehrmals die frage auf ob ich mich nicht doch übernommen hatte. Schliesslich hatte ich ja nach wievor meinen alten Job der mich auch 9x5 forderte.

    Doch Aufgeben kommt nicht infrage, also Saatgut besotrgt. Nun galt es sich mit der Aussaat zu beschäftigen, Sommergerste und Sommerweizen . Versuch macht Kluch oder so , also beschloss ich die ersten 4 Ha mal versuchsweise zu sähen.

    Somit begann ich zu lernen. Ich sprach mit Nachbarbauern, las Fachbücher bis spät in die Nacht und machte Fehler – viele Fehler ! Aber mit jedem Problem wuchs mein Wissen.

    Langsam veränderte sich der Hof und nun zogen auch endlich die ersten Tiere ein.

    6 Fahrten ergab dann 10 - 6 Monate alte Kuh Kälber und 2 Jungbullen mit 5 Monaten , diese sollten dann meine Zukunft als Viehzüchter besigeln.

    Vorher wurde natürlich noch Futter eingefahrten , hier Stand der im Nachbarort ansässige Lohner bereit.

    Mähen , Zetten, Schwaden und Pressen. Leider musste ich alles erledigen lassen da ich selbst ja nur über ein 165cm breites Mähwerk verfüge.

    Mal sehen ob ich mir meinen Wunsch, der selbständigkeit erfüllen kann.

  • Leider musste ich schnell feststellen, dass ich dringend einen Traktor mit Frontlader benötigte. Also machte ich mich auf die Suche.
    Zunächst durchforstete ich Anzeigen im Internet, verglich Preise und Baujahre und stellte schnell fest, dass gute Maschinen selten und teuer waren. Jeder Anruf brachte neue Hoffnungen – und ebenso oft neue Enttäuschungen. Entweder war der Traktor bereits verkauft, hatte versteckte Mängel oder passte schlicht nicht zu meinen Anforderungen.

    Nach einigen Wochen beschloss ich, meinen Suchradius zu erweitern. Ich sprach mit Landwirten aus der Umgebung, besuchte Händler und hörte mir Geschichten über alte, zuverlässige Maschinen an, die seit Jahrzehnten treue Dienste leisteten.

    Schließlich bekam ich einen Hinweis auf einen älteren Traktor, der am Rande eines kleinen Dorfes stehen sollte – kaum benutzt, aber gut gepflegt.

    Ein Massey Ferguson 3060, Baujahr 1994. 80 PS, ausgestattet mit allem, was zu jener Zeit wohl als Luxus galt: Fronthydraulik mit Zapfwelle, ein solider Frontlader – und leider eine Klimaanlage, die ihren Dienst längst quittiert hatte. Der Preis: 19.800 Euro.

    Zusätzlich gehörte ein Strautmann 8‑Tonnen‑Tandemkipper zum Angebot. Schon auf den ersten Blick war klar, dass auch er seine beste Zeit wohl hinter sich gelassen hatte. Der Lack war ausgeblichen, an einigen Stellen blühte der Rost, und man sah ihm an, dass er viele Ernten, viele Fahrten und viele schwere Tage hinter sich hatte. Kein Schmuckstück für den Hof, aber ein ehrlicher Anhänger, der genau wusste, wofür er gebaut worden war: Lasten tragen, ohne zu klagen.

    Mittlerweile war Mitte Mai.
    Die Tage vergingen beinahe unbemerkt, einer wie der andere, bestimmt vom immer gleichen Ablauf. Jeden Morgen musste der gute alte John Deere 710 hinaus, um frisches, saftiges Gras zu holen. Verlässlich wie eh und je tat er seinen Dienst, als wäre Zeit für ihn nur eine Nebensache.

    Der John Deere 3350 kam Aktuell nur noch für die wenigen Grasflächen zum Einsatz. An ihm hing der Pöttinger Euroboss, ein Ladewagen, der für die geringe Futtermenge eigentlich vollkommen überdimensioniert war.

    Aber schließlich muss man mit dem auskommen, was man hat. Tag für Tag lief die Arbeit weiter, ohne große Pausen, ohne viel Raum zum Nachdenken. Auch wenn manches nicht ideal war, blieb keine Zeit, sich lange darüber zu ärgern – der Hof verlangte täglich seine Aufmerksamkeit.

    Trotzdem war ich jeden Tag weiter auf der Suche. Zwischen den Arbeiten, abends oder in ruhigen Momenten, hielt ich Ausschau nach Maschinen, nach Möglichkeiten, den Hof Schritt für Schritt weiter auszubauen. Nicht aus Ungeduld, sondern aus dem Wunsch heraus, es besser zu machen. Passender. Nachhaltiger.

    Es war kein schneller Weg, eher ein leiser, stetiger Prozess. Aber genau darin lag auch etwas Beruhigendes: zu wissen, dass sich mit Geduld, Arbeit und einem wachsamen Blick nach vorne nach und nach etwas verändern würde.