Beiträge von JoeTheFarmer

    Viel Bewegung

    Heute habe ich die Bestätigung erhalten:
    Nach 31 Jahren ist im August Schluss.

    Ein Kapitel geht damit zu Ende – eines, das mich über Jahrzehnte begleitet hat.
    Und gleichzeitig beginnt etwas völlig Neues.

    Die Abfindung wird im Anschluss ausgezahlt und wird sich, nach Abzug von Steuern und allem Drumherum, auf etwa 200.000 Euro belaufen.

    Damit ist zumindest erstmal ein Polster vorhanden.
    Eines, das uns hoffentlich durch die schwierigere Anfangszeit tragen wird.

    Denn klar ist auch:
    Ein Selbstläufer wird das alles nicht.

    Zum Glück stehen wir das nicht allein durch.
    Sabine hat die Selbstvermarktung und die Ferienwohnungen übernommen – mit viel Einsatz und eigenen Ideen. Zusätzlich arbeitet sie weiterhin Teilzeit im Steuerbüro in der Nähe.

    Ein Stück Sicherheit, das in dieser Phase unglaublich viel wert ist.

    Aber nun erst mal die Viecher versorgen.


    Nebenher habe ich allerdings noch eine weitere Entscheidung getroffen. Sie liegt zwar schon etwas zurück, aber vielleicht könnt ihr euch noch erinnern, dass ich mir einen New Holland T6 angesehen habe.

    Und was soll ich sagen… so schwer es mir auch fällt: Trotz der ganzen Zeit und des Geldes, das ich in den alten John Deere 3640 gesteckt habe, bleibt er eben genau das – ein alter Traktor. Keine Klimaanlage, keine Federung, nicht der Komfort, den man sich im Alltag irgendwann einfach wünscht.

    Als Nebenerwerbsfahrzeug war das alles vollkommen in Ordnung. Da hat er seinen Job gemacht, zuverlässig wie eh und je. Aber nachdem wir jetzt ja eine andere Richtung eingeschlagen haben, eine andere Zukunft im Blick haben, ist die Entscheidung letztlich unausweichlich gewesen.

    Es ist jetzt einfach Fakt.

    Ja, und ihr seht richtig – auch der Fiat geht.
    Den wollte ich eigentlich wirklich behalten. Schon während der Restauration hatte ich ein richtig gutes Angebot bekommen, das ich damals aber ausgeschlagen habe.

    Doch auch hier ist es letztlich dasselbe Thema: Ich kann ihn einfach nicht sinnvoll einsetzen. Alle Maschinen bei mir am Hof sind auf den John Deere ausgelegt – und für den Fiat sind sie schlichtweg zu groß.

    So schwer es mir auch fällt, aber am Ende bringt es nichts, nur aus Nostalgie daran festzuhalten.

    Schweren Herzens werden sie nun beide gehen.

    Einige Tage sind vergangen.
    Eigentlich sollte der neue Traktor schon seit zwei Tagen da sein – umso größer war dann die Erleichterung, als endlich der Anruf kam.

    Und was soll ich sagen… da stand er nun:
    Ein fabrikneuer New Holland T6.145, ausgestattet mit einem Stoll Frontlader.

    Ein richtig stolzer Moment.
    Unter den Blicken der anderen, sogar mit einem kleinen Zeitungsfoto, wurde mir der Schlüssel überreicht – und Sabine bekam einen schönen Blumenstrauß dazu.

    In diesem Moment wurde so richtig klar:
    Das hier ist nicht nur irgendeine Neuanschaffung… das ist ein neuer Abschnitt.

    Nach einer kurzen Einführung in die Steuergeräte, Zapfwelle und das Getriebe ging es dann auch schon zurück zum Hof.

    Viel Zeit, die Maschine in Ruhe kennenzulernen, bleibt leider nicht – die Aussaat der Zwischenfrucht auf den ehemaligen Haferäckern wartet schließlich nicht.

    Also kurzerhand das Güllefass an den New Holland gehängt… und ab aufs Feld.

    Die Gülle beziehe ich aktuell noch vom Tierhändler in der Nähe, da unser eigener Bestand leider noch nicht ausreicht, um die Flächen komplett selbst zu versorgen.

    Nachdem die Gülle ausgebracht war, ging es direkt ans Einarbeiten.
    Also die ersten richtigen Zugarbeiten für den neuen Schlepper.

    Beim Ankuppeln des Fricke‑Grubers musste ich allerdings schon schmunzeln – die 2,5 Meter Arbeitsbreite wirken am neuen Traktor fast schon ein wenig lächerlich.

    schnell merkt man , dass der New Holland trotz der nur 25 PS Mehrleistung in einer ganz anderen Liga spielt

    Mühelos ging es mit 15 km/h den Berg hinauf.
    Hier hatte ich mit dem 3640 doch ordentlich zu kämpfen – 10 km/h waren da schon das Maximum, um überhaupt eine vernünftige Durchmischung hinzubekommen.

    Am neuen Traktor merkt man einfach sofort die Leistungsreserven.

    Am folgenden Tag ging es dann an die Aussaat des Klees als Zwischenfrucht.
    Da ich aktuell keine andere Möglichkeit habe, bringe ich diese noch mit der alten Saatkombi aus.

    Wer nicht wagt, der gewinnt.

    Der Hafer ist noch rechtzeitig geborgen worden.

    Im Schnitt lagen wir bei etwa 5,2 t/ha – unter den Bedingungen kann man damit durchaus zufrieden sein. Gerade nach den letzten Wochen mit Trockenheit und dem ganzen Druck ist das ein Ergebnis, mit dem man arbeiten kann.

    Doch wie so oft gibt es auch die Kehrseite der Medaille.
    Das Stroh hat das Gewitter nicht unbeschadet überstanden – durchnässt liegt es auf dem Feld.

    Also geht es am nächsten Tag direkt wieder raus.
    Zetten, um alles wieder aufzutrocknen. Und wenn das Wetter mitspielt, am darauffolgenden Tag schwaden.

    Die üblichen Verdächtigen sind im Einsatz:
    der MF und der alte John Deere 710.

    Bewährte Technik, auf die man sich verlassen kann.

    Gepresst wird im Anschluss wieder mit dem 3640.
    Der passt einfach deutlich besser zur alten Claas-Presse als der 1880 DT – manchmal ist weniger Technik eben mehr Gefühl.

    Ballen für Ballen geht es voran, das Stroh ist endlich trocken genug und lässt sich ordentlich aufnehmen.

    Danach gleich noch den kleineren Acker grubbern, um schnell eine Zwischenfrucht anzusäen. Viel Zeit ist auch hier nicht, der Boden darf nicht unnötig austrocknen.

    Es soll Klee werden.
    Als eiweißhaltige Ergänzung – gerade im Hinblick auf das Silomaisfutter eine sinnvolle Sache.

    Das Haus wurde – ganz im Sinne meiner Frau – weitgehend umgebaut. Mittlerweile verfügen wir über zwei kleine Ferienwohnungen mit jeweils rund 50 m². Hier soll künftig „Erholung auf dem Bauernhof“ angeboten werden – ein ganz neuer Zweig für uns.

    Doch damit nicht genug.
    Ein Gewächshaus ist entstanden, und auch ein Gartenhaus wurde so umgebaut, dass wir dort eigene Produkte direkt anbieten können – Selbstvermarktung.

    Dazu ein paar Sitzmöglichkeiten für Gäste, Radfahrer oder Besucher vom Bauernmarkt.
    Ein Ort zum Verweilen, zum Durchatmen – vielleicht auch, um einen kleinen Einblick in unseren Alltag zu bekommen.

    Auch rund um den Hof hat sich also viel getan.

    Der alte Feldweg zu uns wurde vom kleinen Dorf im Tal ausgebessert – mit Teer und Betonbruch wieder ordentlich befahrbar gemacht. Der Innenhof ist inzwischen ebenfalls gepflastert worden. Alles wirkt strukturierter, aufgeräumter, fast schon wie ein neuer Hof.

    Insgesamt haben wir noch einmal rund 150.000 € investiert. Eine Summe, die man nicht einfach so nebenbei stemmt.

    Die Hoffnung liegt darauf, einen Großteil davon mit der Abfindung auszugleichen.

    Denn ja – ich habe meinen Bürojob gekündigt.
    Nach all den Jahren.

    Eine Entscheidung, die nicht leicht gefallen ist.
    Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man nicht mehr zwischen zwei Welten funktionieren kann.

    Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

    Wie die Saat, so die Ernte

    Der Tag der Wahrheit naht.

    Heute wird sich zeigen, ob sich die monatelange Arbeit ausgezahlt hat. Ob es gelungen ist, die Flächen sauber zu halten – frei von Unkraut, Ungeziefer und Krankheiten. Alles, was über Wochen und Monate vorbereitet wurde, liegt jetzt in diesem Moment.

    Der Drescher steht bereit.
    Der Hafer hat mit 12,5 % Feuchtigkeit nahezu ideale Bedingungen.

    Also geht es raus auf den Schlag – mit dem Z058.

    Ein wenig Spannung ist dabei.
    Kann er das halten, was er verspricht? Wird er eine ähnliche Ernteleistung bringen wie der alte Mercator, auf den immer Verlass war?

    Jetzt zeigt sich, wie gut die Einstellungen wirklich passen.
    Ein Blick auf die Siebe, die Belüftung – läuft alles sauber, oder muss nochmal nachjustiert werden?

    Also kurz anhalten, prüfen, ggf. nachstellen.
    Und ganz wichtig: die Verluste kontrollieren.

    Denn eine gute Ernte entscheidet sich nicht nur am Hektarertrag,
    sondern auch daran, was hinten liegen bleibt.

    Das Abladen zieht sich wie so oft etwas in die Länge.

    Mit dem Körnergebläse dauert alles seine Zeit – kein Vergleich zu den großen Anlagen. Aber genau darin liegt auch etwas eigenes.

    Denn umso schöner ist es, wenn die Körner durch die Rohre rauschen.
    Dieses gleichmäßige Geräusch, fast schon beruhigend, begleitet einen dabei.

    Man steht daneben, schaut zu – und weiß:
    Die Arbeit der letzten Monate fließt hier gerade Stück für Stück vom Feld in den Wagen.

    So gegen 15:00 Uhr kippt die gute Laune dann leider etwas.

    Der Wetterbericht sagt für den Abend Gewitter voraus – und das ist genau das, was man jetzt am wenigsten brauchen kann. Für das Stroh wäre das alles andere als gut. Eigentlich war der Plan, direkt zu pressen und die Arbeit abzuschließen, ohne noch einmal wenden oder schwaden zu müssen.

    Doch jetzt steigt der Druck.

    Noch 5,6 Hektar liegen vor uns – und es ist fraglich, ob wir das rechtzeitig schaffen. Die Zeit läuft, jeder Blick geht zum Himmel.

    Jetzt heißt es: durchziehen, Tempo halten und hoffen, dass das Wetter noch ein wenig mitspielt.

    Um 17:00 Uhr dann der erste ungeplante Stopp.

    Irgendetwas stimmt nicht. Ein deutliches Quietschen ist zu hören – begleitet von einem beißenden Geruch nach Gummi. Kein gutes Zeichen.

    Sofort geht der Blick nach hinten zur Maschine, der Puls steigt. Gerade jetzt, wo die Zeit ohnehin schon drängt, kann man sich so etwas eigentlich nicht leisten.

    Scheint dann doch nochmal glimpflich ausgegangen zu sein. Die Lager nochmal abgeschmiert und einen Riemen gewechselt – mehr war auf den ersten Blick nicht zu finden.

    Aber der Blick geht immer wieder zum Himmel. Der Wetterbericht erhöht den Druck spürbar: In knapp zwei Stunden sollen die Gewitter da sein.

    Und trotzdem – noch immer strahlend blauer Himmel, 33 Grad, kein Lüftchen.

    Fast unwirklich.

    Auf einmal zieht diese unheimliche Stille auf. Der Wind legt sich, die Luft steht – und dann zucken die ersten Blitze durch den Abendhimmel.

    Genau jetzt. Wo alles auf der Kippe steht. Aber zumindest eines ist klar: Der Hafer muss noch rein !

    Die letzten Bahnen waren alles andere als ideal – die Bedingungen wurden spürbar schlechter, die Luft schwer, der Himmel dunkel. Aber am Ende zählt, dass der Hafer drin ist. Das Gewitter ist nun da. Blitze, Donner, Regen – und man sitzt erleichtert auf der Maschine.

    Mit einem noch halb vollen Korntank geht es schließlich nach Hause. Mehr ging nicht mehr, die Hänger sind voll, kein Platz mehr zum Abladen.

    Egal.

    Wichtig ist: Der Hafer ist geerntet !

    Neuer Weg, neue Möglichkeiten

    Mittlerweile sind wieder knapp zwei Wochen ins Land gezogen.

    Nachdem mir mein Chef jede von mir angedachte Möglichkeit zur Teilzeit genommen hat, blieb mir nichts anderes übrig, als den Weg ins Personalbüro zu gehen. Wirklich erfreut war man dort nicht – nach 31 Jahren im Betrieb, ohne jemals negativ aufgefallen zu sein, hatte ich mir das ehrlich gesagt anders vorgestellt.

    Die Personalabteilung wollte nun nochmal einen Termin mit meinem direkten Vorgesetzten und dessen Vorgesetzten ansetzen. Der Betriebsrat ist inzwischen ebenfalls eingebunden – aber auch dort rät man mir eher von so einer Entscheidung ab.

    Währenddessen war meine Frau nicht untätig.
    Sie hat sich intensiv mit möglichen neuen Geschäftsmodellen in der Landwirtschaft beschäftigt: Selbstvermarktung, Bio-Landbau und andere Ansätze wurden durchgespielt.

    Am meisten begeistert sie allerdings die Idee „Urlaub auf dem Bauernhof“.

    Ein spannender Gedanke – aber auch einer, der mit deutlich größeren Investitionen verbunden wäre. Das Haus müsste umgebaut, modernisiert und entsprechend vorbereitet werden.

    Wieder so ein Punkt, an dem sich alles entscheidet: Weiter im Nebenerwerb kämpfen – oder den nächsten Schritt wagen.

    Und plötzlich steht nicht nur die Frage im Raum, wie es weitergeht – sondern wie weit man bereit ist zu gehen.

    Doch nicht nur der Blick nach vorn hat sich verändert – auch auf dem Hof selbst.
    Der Fiat ist inzwischen zurück. Kaum wiederzuerkennen. Motor und Getriebe wurden überholt, und auch äußerlich hat er eine komplette Verjüngungskur bekommen. Aus dem alten Schlepper ist wieder eine Maschine geworden, die sich sehen lassen kann.

    Nebenher habe ich mir noch ein paar Maschinen angeschaut,

    Ein MB‑Trac hätte schon seinen Reiz – ein echtes Arbeitstier, robust, vielseitig und mit ganz eigenem Charakter. Irgendwie eine Maschine mit Seele.

    Auf der anderen Seite stehen dann aber die moderneren Schlepper wie ein T6‑155. Komfort, Klimatisierung, deutlich angenehmere Geräuschkulisse – gerade bei den langen Tagen kein zu unterschätzender Vorteil.

    Kurz nach meinem Eintreffen am Hof gab es dann gleich das nächste Highlight, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Nach nun doch 15 Monaten ist endlich wieder Leben im Stall eingekehrt – wir haben einen Neuzugang bekommen.

    Doris, unser kleines Simmentaler Kälbchen.

    Noch etwas wackelig auf den Beinen, neugierig und gleichzeitig vorsichtig – genau so, wie man es erwartet. Solche Momente erinnern einen daran, warum man das alles eigentlich macht. Zwischen Stress, Entscheidungen und Arbeit sind es genau diese Augenblicke, die zählen.

    Einige Tage später bekam ich einen Anruf von dem Betrieb, bei dem ich neulich die Ballen gepresst habe. Sie würden mir gerne den Auftrag für eines ihrer Weizenfelder übertragen – 18 Hektar Weizenstroh. Eine Nummer größer als das, was ich bisher gemacht habe. Und gleichzeitig eine echte Chance.

    Vor allem aber: die erste richtige Bewährungsprobe für den Fiat.

    182 Ballen – das ist am Ende doch eine ordentliche Menge und sorgt für eine willkommene finanzielle Spritze.

    Gerade jetzt, wo immer mehr zusammenkommt, ist das wichtiger denn je.

    Denn lange bleibt keine Zeit zum Verschnaufen.Auch bei uns steht die erste Ernte auf den neu gepachteten Flächen an.

    Also heißt es: den Drescher fit machen.

    Der alte, aus Polen stammende Mähdrescher muss jetzt zeigen, was in ihm steckt. Das wird der nächste Prüfstein.

    Nicht nur für die Maschine – sondern für das ganze Jahr, das bisher vor allem aus Entscheidungen, Risiko und viel Arbeit bestand.

    Zeit für Entscheidungen

    Heute bekam ich ganz unverhofft einen Anruf.

    Ein nahegelegener Landmaschinenhändler meldete sich bei mir.
    Aufgrund eines Förderprogramms für junge Landwirte hatte ich mich vor einiger Zeit für eine Reihe von Maschinentests registrieren lassen – eher nebenbei, ohne große Erwartungen.

    Und jetzt kam tatsächlich die Rückmeldung.

    Es geht darum, verschiedene Maschinen im praktischen Einsatz zu testen – direkt auf dem eigenen Betrieb.

    Der Anruf liegt kaum zwei Stunden zurück, da stehe ich schon auf dem Hof des Händlers.

    Viel Zeit zum Überlegen bleibt wieder einmal nicht. Einsteigen, anschauen, mitnehmen. Es ist ein John Deere aus der 5M‑Baureihe.
    Kein riesiger Schlepper, eher die kompakte, wendige Klasse.

    Man merkt ihm an, dass er bereits im Einsatz war. Zwei andere Kollegen hatten ihn schon im Test – er kommt also nicht jungfräulich auf den Hof, sondern bringt schon seine eigene kleine Geschichte mit.

    Statt der ursprünglich vorgesehenen zwei Wochen – im besten Fall sogar mehrere Monate – bleiben mir gerade einmal sieben Tage. Leider gab es da ein pssr kleine Missverständisse, die uns aber nun auch nicht aus der Bahn werfen sollen.

    Wie man unschwer erkennen kann , sind alle hellauf begeisert und unsere kleinste übernimmt bereits das Ruder !!

    Nun aber nicht zu viel Zeit verlieren.

    Eigentlich kommt die Vorführmaschine genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben bereits Ende Mai, und der erste Schnitt steht schon länger an. Doch die anhaltende Trockenheit hat ihre Spuren hinterlassen – auf den Wiesen steht wenig, und das, was da ist, wirkt hart und dürr.

    Also Plan ändern. Statt Grassilage wird direkt Heu gemacht.

    Aber dafür muss erstmal gemäht werden. Also den 5M angespannt, Talex und Pöttinger-Mähwerk angehängt – und raus auf die Wiesen.

    Jetzt zeigt sich, was der Kleine kann.

    Nachmittags noch einmal gewendet und den kommenden Tag dann mit den 710 ab zum Schwad legen.

    Nun aber flott.
    Für den Nachmittag ist nach langer Zeit endlich Regen angesagt – allerdings genau zum ungünstigsten Zeitpunkt.

    Also keine Zeit verlieren. Schnell noch die Presse abgeschmiert und an den 3640 gehängt. Für solche Arbeit traue ich dem 5M dann doch noch nicht ganz – da setze ich lieber auf Bewährtes.

    Jetzt heißt es zügig arbeiten, bevor das Wetter umschlägt.

    Eine sehr überschaubare Menge an Ballen. Bei 6,3 Hektar hätte ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft.
    21 Ballen in 125er Größe – das ist alles andere als überragend. Die Trockenheit hat hier deutlich ihre Spuren hinterlassen.
    Man sieht es nicht nur auf dem Feld, sondern jetzt auch ganz konkret im Ergebnis. Zufrieden macht das nicht.

    Nach dem Regen kommt meist wieder die Sonne.

    Der Testzeitraum des 5M ist inzwischen schon vorbei. Im Großen und Ganzen muss ich zugeben: Der Traktor hat richtig Spaß gemacht – leistungsstark, kompakt und genau passend für viele Arbeiten am Hof.

    Doch lange bleibt keine Zeit, darüber nachzudenken. Schnell noch die Tiere versorgt, dann geht’s weiter. Rauf aufs Quad.

    Heute ergibt sich die Gelegenheit, nebenbei noch etwas Geld zu verdienen – Lohnarbeit steht an. Pressen für einen nahegelegenen Großbetrieb.

    Dort hat man bereits begonnen, die ersten Felder mit Wintergerste zu ernten und leider hat der Lohner aufgrund des scheinbar grossen Auftragdurckes, keine Zeit das Stroh in Form zu pressen.

    Zum Abschluss der Arbeiten ergab sich noch ein kurzer, aber angenehmer Austausch mit einem der Söhne des Großbetriebs. Er wartete gerade darauf, die Ballen auf seinen Tieflader zu verladen.

    Am Abendtisch kam das Thema noch einmal auf den Tisch:

    Die Situation ist nicht einfach.
    Die Absage auf Teilzeit im Hauptjob steht fest, die Möglichkeit, dort Stunden zu reduzieren, fällt also erstmal weg. Gleichzeitig sind die Urlaubstage bereits aufgebraucht – und die Ernte lässt sich nun mal nicht verschieben.

    Ein Sabbatical wäre vielleicht eine Lösung gewesen, doch auch das scheint laut Aussage meines Chefs keine wirkliche Option zu sein.

    Also bleibt nicht viel Spielraum.

    Morgen werde ich wohl im Personalbüro anrufen müssen.
    Irgendeine Lösung muss es geben.

    Denn eines ist klar:
    So wie es jetzt läuft, lässt sich das auf Dauer nicht durchhalten.

    Zwischen Verantwortung im Job und den Anforderungen am Hof entsteht ein Druck, der sich nicht einfach ignorieren lässt.

    Und genau jetzt zeigt sich wieder:
    Es geht nicht nur um Maschinen und Flächen –
    sondern darum, wie man sein eigenes Leben in Balance hält.

    Etwas Zeit zum Verschnaufen

    Die Felder sind bestellt.
    Die Arbeit der letzten Wochen liegt im Boden – jetzt heißt es abwarten und hoffen.

    Die kommenden vier Wochen werden zeigen, ob alles gepasst hat.
    Ob die Saat aufgeht, ob das Wetter mitspielt, ob sich der ganze Einsatz gelohnt hat.

    Zum ersten Mal seit Langem kehrt ein wenig Ruhe ein.
    Zumindest oberflächlich.

    Denn ganz still steht es natürlich trotzdem nicht.

    Zwischenzeitlich bleibt nun Zeit für die noch anstehenden Waldarbeiten. Auch dort haben die jährlichen Frühjahrsstürme ihre Spuren hinterlassen – umgeworfene Bäume, angebrochene Kronen, liegen gebliebenes Holz. Arbeit, die gemacht werden muss, bevor sie noch mehr wird.

    Und dann ist da noch der Fiat.
    Zerlegt steht er da, wartet auf die nächsten Schritte.

    Doch je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird:
    Vielleicht gebe ich ihn doch zu unserem neuen Landmaschinenhändler.

    Mir fehlt einfach das Geschick – und auch das nötige Wissen –, um daraus wirklich eine ordentliche Restauration zu machen.

    Man muss sich nicht alles selbst beweisen.
    Manchmal ist es die bessere Entscheidung, Dinge abzugeben, damit sie am Ende richtig werden.

    Elf Bäume waren es insgesamt. ->295 Lfm.
    Vier davon bereits vom Käfer befallen – da durfte man nicht mehr lange warten.

    Also wurde der Stihl angeworfen.
    Stück für Stück, Baum für Baum.

    Nach knapp sieben Stunden war es dann geschafft.
    Alles lag am Boden, aufgearbeitet und bereit für den Abtransport.

    Die Stämme gehen jetzt ins Sägewerk – wenigstens das Beste noch daraus machen.

    Die Arbeit steckt einem in den Knochen.
    Arme schwer, Rücken müde, der Kopf leer.

    Aber jetzt ist erstmal Zeit für das Wichtigste:
    eine ordentliche Brotzeit.

    In der Nachbarschaft zieht gerade ein Steyr 6200 mit dem Striegel seine Bahnen über die Felder.

    Gleichmäßig, ruhig, Bahn für Bahn – fast schon beruhigend, ihm dabei zuzusehen.
    Die Arbeit geht überall weiter, jeder nutzt das Wetter, so gut es eben geht.

    Frisch gestärkt muss nun der MF ran , das nahegelegene Sägewerk ist das Ziel.

    Die Weggabelung

    Langsam merke ich, dass ich an meine Leistungsgrenzen komme.

    Beruf, Landwirtschaft – und jetzt, wo sich die bewirtschaftete Fläche mehr als verdreifacht hat, wird es richtig eng. Die Tage werden länger, die Nächte kürzer, und der Kopf hört eigentlich nie auf zu arbeiten.

    Daher bin ich am Überlegen, ob ich meine Stunden im Hauptjob reduzieren soll. Halbtags – vielleicht 20 Stunden pro Woche. Eine Entscheidung, die nicht leichtfällt.
    Denn auf der einen Seite steht die Landwirtschaft, die jetzt die Chance hat zu wachsen. Auf der anderen Seite der sichere Job – das feste Einkommen, das Rückgrat.
    Und gerade jetzt ist die finanzielle Belastung ohnehin schon gestiegen.

    Mehr Risiko. Noch mehr Druck.

    Aber dauerhaft?So wie jetzt? Keine Ahnung.

    Es ist genau diese Weggabelung, an der man merkt:
    Nicht jede Entscheidung lässt sich sauber durchrechnen.

    Manchmal muss man sich fragen, nicht nur was möglich ist – sondern was auf Dauer tragbar ist.

    Aber wie so oft bleibt nur wenig Zeit.

    Die nächsten zwei Tage Urlaub müssen sinnvoll genutzt werden – da gibt es keinen Spielraum.

    Also wieder rauf auf den Bock.

    Die Vorbereitungen für den Mais stehen an.
    Gülle fahren, grubbern – und anschließend die Feinbearbeitung für die Aussaat. Alles muss sitzen, alles muss passen.

    Die Tage sind knapp, die Arbeit ist viel, und jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Wenn hier etwas liegen bleibt, holt es einen später wieder ein. Also durchziehen.

    Stück für Stück, - Schlag für Schlag.

    Denn eines ist klar: Wenn der Mais in den Boden soll, dann muss jetzt alles vorbereitet sein.

    Alles lief bislang erstaunlich problemlos – fast schon ungewohnt ruhig.

    Also schnell noch ins Auto gesetzt und Saatgut organisiert. Knapp 6 Hektar sind vorbereitet, der Mais soll heute noch in den Boden.

    Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht: Die neu erworbene, alte Maisdrille wartet noch darauf, verstanden zu werden.

    In ein paar Wochen wird sich zeigen, ob alles geklappt hat.

    Augen zu und durch

    Auch wenn noch nicht alle Formalitäten unter Dach und Fach sind, heißt es jetzt:
    klotzen statt ständig überlegen.

    Es ist Mitte März.
    Und wenn außer Mais noch etwas in den Boden soll, dann muss es jetzt passieren – und zwar zügig.

    Zeit zum Abwarten bleibt keine. Die Flächen sind da, die Chance ist da – und jetzt zählt nur noch, was man daraus macht.

    Die Gedanken sind noch nicht ganz sortiert, die Entscheidungen längst nicht alle getroffen. Aber draußen wartet die Arbeit nicht. Der Boden wird nicht besser, je länger man wartet, und das Wetter schon gar nicht berechenbarer.

    Also raus auf die Flächen.
    Plan machen, Dünger streuen, vorbereiten – Schritt für Schritt.

    Vielleicht ist nicht alles perfekt vorbereitet.
    Vielleicht wäre es ruhiger gewesen, erst alles abzuwickeln.

    Aber so läuft es eben nicht.

    Manchmal muss man anfangen, bevor alles sicher ist.
    Manchmal muss man ins Handeln kommen, obwohl noch Fragen offen sind.

    Also den 3640 an das Güllefass gehängt – und ab geht’s.

    Erst einmal mussten Nährstoffe in den Boden. Keine Zeit verlieren. Die Flächen lagen bereit, und was jetzt nicht gemacht wird, lässt sich später kaum noch aufholen.

    Also raus aufs Feld, Bahn um Bahn mit dem Fass. Danach direkt mit dem Grubber hinterher, um alles sauber einzuarbeiten. Jeder Arbeitsschritt greift in den nächsten, alles muss ineinandergreifen.

    Zeit bleibt kaum.

    Sommergerste, Hafer und Sommerweizen sollen auf den Großteil der neuen Fläche. Wenn das noch in den Boden soll, dann jetzt – nicht morgen, nicht nächste Woche. Jetzt.

    Der Kalender gibt den Takt vor, das Wetter setzt die Grenzen. Und irgendwo dazwischen muss es passen.

    Und jetzt schreiben wir den 1. April. Alle Getreidearten sind bestellt.

    Die Flächen liegen da, die Arbeit ist getan – zumindest fürs Erste.
    Ein Moment zum Durchatmen, wenn auch nur kurz.

    Also gleich das nächste Projekt begonnen.

    Der neu erworbene Fiat ist inzwischen komplett zerlegt.
    Kabine, Frontklappe, Kotflügel – alles geht zum Lackierer.

    Den Rest nehmen wir selbst in die Hand. Markus, Jürgen und ich – jeder packt mit an.

    Jürgen ist gelernter Mechatroniker, was auf jeden Fall hilft. Gerade bei so einer alten Maschine, bei der man nie genau weiß, was einen im Detail erwartet.

    Es wird geschraubt, gereinigt, geprüft.
    Schritt für Schritt wird aus dem alten, müden Schlepper wieder eine Maschine, auf die man sich verlassen kann.

    Denn auch wenn der Fiat seine besten Jahre hinter sich hat: Auf dem Hof bekommt alles noch einmal eine Chance.

    Neue Möglichkeiten erfordern Entscheidungen.

    „Des einen Leid ist des anderen Glück“ – ein harter Satz, aber manchmal trifft er leider zu.

    Vor Kurzem haben sich für unseren Hof tatsächlich neue Perspektiven ergeben. In der Nachbarschaft gab es jedoch ein trauriges Ereignis: Der Besitzer des nahegelegenen Schweinehofs hat einen Schlaganfall erlitten – mit so schweren Folgen, dass er den Betrieb nicht mehr weiterführen kann. Sein Sohn hat sich deshalb entschieden, den Hof nicht weiterzuführen.

    So war es ursprünglich nicht geplant, aber das Leben geht oft eigene Wege.

    Heute hatte der Lohner endlich Zeit: Mit dem JCB und dem Zunhammer-Güllefass ging es raus auf die freigestellten Felder zum Düngen. Währenddessen mache ich mich mit dem 710er auf den Weg, um die Wiesen mit Kunstdünger zu versorgen.

    Innerhalb der kommenden Tage bekam ich dann tatsächlich einen Anruf. Schon im vergangenen Jahr hatte ich mehrmals bei meiner Bank wegen möglicher Pachtflächen angefragt.

    Wie bereits angedeutet, würde der Sohn des Hofeigentümers den Betrieb gerne veräußern. Doch notariell ist es anders geregelt – und genau dadurch ergibt sich für mich jetzt eine einmalige Chance: knapp 20 Hektar zu pachten.

    Ich habe also nicht lange gezögert und mich sofort auf den Weg gemacht. Vor Ort wurde ich bereits erwartet. Standesgemäß bin ich mit dem Traktor hingefahren – was allerdings nicht bei allen gut ankam.

    Dort standen zwei große Wagen mit Münchner Kennzeichen. Empfangen wurde ich von zwei Herren im Anzug und mit Krawatte. Die Stimmung war kühl – man hat sofort gemerkt, dass ihnen mein Auftreten eher zuwider war.

    Nun gut – ob es nun gefällig ist oder nicht:
    Die nächsten sechs Jahre bieten mir die Chance, mich zu beweisen. Sechs Jahre, um zu zeigen, was in mir und in unserem Hof steckt.
    Sechs Jahre, um die richtigen Entscheidungen zu treffen – und die Segel so zu setzen, dass der Betrieb in die richtige Richtung geht.

    Doch ganz ohne Zusatzlast ging es nicht: Mit der Fläche kamen auch die letzten Maschinen des Betriebs.

    Ein Kaweco-Güllefass von 1995 – technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber immerhin bereits mit Schleppschlauch.
    Ein altes Maislegegerät, eine kleine Spritze, und ein Fiat 1880 DT, der seine besten Jahre längst gesehen hat.

    Dazu noch ein Mähdrescher FMZ aus den frühen 90ern – ein Modell aus dem Ostblock, aber immerhin mit Kabine. Am Ende summierte sich das auf rund 45.000 Euro – eine Ausgabe, die so eigentlich nie vorgesehen war.

    Ich hoffe nur das ich mich hier nicht zu strak verzockt habe .

    Ich kann mich in vielen Meinungen durchaus wiederfinden und habe mir deshalb eine eigene Map erstellt, die sich an den örtlichen Gegebenheiten orientiert, allerdings kein exaktes 1:1-Abbild darstellt. Das Ganze entwickelt sich für mich zu einem echten Ewigkeitsprojekt, da ich bewusst darauf geachtet habe, die Wege und Entfernungen realistisch zu gestalten. Mir war es wichtig, nicht – wie in vielen Karten üblich – jedes Feld innerhalb weniger Minuten erreichen zu können. Stattdessen habe ich mich für eine vierfach Karte entschieden, sodass Fahrten in die Nachbargemeinde auch einmal rund 20 Minuten dauern können.

    Insgesamt umfasst die Map etwa 1100 Hektar Ackerland sowie mehrere Waldstücke. Auch wenn ich längst nicht alles selbst bewirtschaften werde, trägt diese Größe doch erheblich zur Atmosphäre und Glaubwürdigkeit der Spielwelt bei. Es geht mir weniger darum, jede Fläche effizient zu nutzen, sondern vielmehr darum, ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen.

    Im Vergleich dazu bewirtschafte ich im „virtuellen Leben“ einen kleinen Aussiedlerhof mit mittlerweile knapp 32 Hektar davon 19ha Pachtland ( Spoiler ) . Genau dieser Kontrast – ein überschaubarer eigener Betrieb innerhalb einer großen, Umgebung – macht für mich den Reiz aus und sorgt dafür, dass das Projekt langfristig spannend bleibt.

    Zudem etwas vergangenheitsbewältigung meiner Kindheit , Da es Real bei uns leider keine so kleine Landwirschften mehr gibt.

    Denke ein teil hier kennt meinen Fuhrpark.

    Spielzeit: 28Tage - Zeit-2fach fühlt sich einfach realer an , auch wenn man oft nur vorspullt :).

    Endlich scheinen die Tage wieder länger zu werden, und auch die Temperaturen steigen stetig. Nach den kalten Winterwochen tut es gut, wenn die Sonne wieder Kraft bekommt und die Arbeit draußen ein Stück angenehmer wird.

    Mit dem Frühling kommt langsam wieder Bewegung in den Alltag auf dem Hof. Die Natur wacht auf, und man merkt, dass eine neue Saison bevorsteht. Die ersten grünen Spitzen zeigen sich auf den Flächen, und auch die Tiere reagieren spürbar auf das veränderte Licht und die milderen Temperaturen.

    Jetzt beginnen auch schon die ersten Vorbereitungen für die kommenden Arbeiten. Geräte werden überprüft, Pläne geschmiedet und alles in Position gebracht für die arbeitsreiche Zeit, die vor uns liegt.

    Heute habe ich mir kurzerhand beim Lohner einen Mulcher ausgeliehen. Eigentlich eine schnelle Sache – hinfahren, anhängen und wieder zurück. Doch als ich auf den Hof fuhr, war ich ziemlich verdutzt.

    Es war ungewohnt leer. Keine der großen Maschinen stand mehr an ihrem Platz. Wo sonst Traktoren, Häcksler und Anhänger stehen, herrschte plötzlich Stille.

    Der Grund dafür ist leider kein guter. Nach drei Jahren muss er seinen Betrieb einstellen. Die Auftragslage war einfach zu schwach, auf Dauer ließ sich das Ganze so nicht mehr halten.

    Das stimmt einen schon nachdenklich. Gerade weil man weiß, wie viel Arbeit, Zeit und Herzblut in so einem Betrieb stecken. Von außen sieht man oft nur die Maschinen – aber dahinter stehen immer Entscheidungen, Risiken und viele Stunden Arbeit.

    Man merkt einmal mehr, wie herausfordernd die Landwirtschaft und alles drum herum geworden ist. Es läuft nicht immer so, wie man es sich wünscht.

    Bahn für Bahn wird die Zwischenfrucht gemulcht und damit der Boden für den nächsten Arbeitsschritt vorbereitet. Es ist eine ruhige, gleichmäßige Arbeit – Reihe um Reihe, bis die Fläche sauber bearbeitet ist.

    Bevor es aber richtig weitergehen kann, muss ich den Mulcher erst noch zurückbringen. Gehört eben dazu, wenn man sich schnell etwas ausleiht.

    Danach geht es direkt weiter: Der Mist wird ausgebracht, um dem Boden wieder Nährstoffe zuzuführen. Und zum Schluss kommt noch der Pflug zum Einsatz. Einmal sauber durchgearbeitet – und voilà, das Feld ist bereit für das, was als Nächstes kommt.

    So fügt sich Schritt für Schritt alles zusammen. Jeder Arbeitsgang baut auf dem vorherigen auf – und am Ende steht eine Fläche, die bereit ist für die neue Saison.

    Sommerweizen und Hafer werden nun ausgebracht. Die Sämaschine läuft sauber ihre Bahnen, und mit jedem Meter wächst die Hoffnung auf eine gute Ernte. Es ist ein gutes Gefühl, wenn wieder neues Leben in den Boden kommt und ein weiterer Schritt im Jahreslauf getan ist.

    Doch bei aller Motivation kommt auch ein Gedanke immer wieder auf: Die Flächen, die ich bewirtschafte, werden auf Dauer wohl nicht ausreichend sein. Man merkt es von Jahr zu Jahr ein Stück mehr – egal ob bei der Planung, bei den Erträgen oder am Ende auf dem Papier.

    Aber es hilft alles Jammern nichts – es muss weitergehen. Also geht’s kurzerhand zum Landmaschinenhändler.

    Dort hatte ich ja schon letztes Jahr angefragt, ob ich den ausgestellten Striegel einmal auf unseren Wiesen testen kann. Damals blieb es nur bei der Idee, aber jetzt ist der Moment gekommen, das Ganze nochmal aufzugreifen.

    Man merkt, dass man anfangen muss, neue Wege zu denken und auszuprobieren. Gerade wenn die Flächen knapp sind, zählt jeder Prozentpunkt, den man rausholen kann. Vielleicht bringt so ein Striegel genau den kleinen Vorteil, den es braucht.

    Beim Händler angekommen, steht er noch da – fast so, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Ein kurzer Blick, ein paar Worte, und schon ist man wieder mitten im Gespräch über Möglichkeiten, Verbesserungen und das, was machbar ist.

    Bevor nun endgültig die ersten Schneeflocken fallen, stand noch eine wichtige Aufgabe an: Das leere Hackschnitzellager musste aufgefüllt werden. Also ging es noch einmal los zur benachbarten Biogasanlage. Dort werden mit der anfallenden Restwärme Hackschnitzel getrocknet. Ein faires Geben und Nehmen – im Gegenzug liefern wir Grassilage.

    Zwei Fuhren später ist der Vorratsbunker nun wieder gut gefüllt, rund 30 m³ liegen bereit für die kalte Zeit. Ein gutes Gefühl. Während die letzten Arbeiten erledigt wurden, zeigten sich auch schon die ersten Schneeflocken am Himmel. Vieles ist geschafft, zumindest für den Moment.

    Das Abladen der Schnitzel erfolgt dann in Teamwork zwischen JD und MF

    Nebenher ist auch am Nachbarfeld zugange , ein Fetter NewHolland zieht seine Bahnen, die Neugier treibt und ich muss kurz mal schaun gehn.

    Was für ein Monster , dieser 8050 da wirkt der 12Meter Feingrubber fast wie ein Spielzeug. Genau da will ich einmal hin !!! :)

    Ganz vorbei ist die Arbeit natürlich nie. Die tägliche Stallarbeit gehört genauso dazu wie die Fütterung der 25 Rinder und der 15 Fresser. Mit etwas Geduld und Planung sollen sie in 12 bis 15 Monaten hoffentlich einen ordentlichen Gewinn bringen. Landwirtschaft ist eben kein Sprint, sondern ein langer Weg mit Blick nach vorne.

    Leider war der letzte schnitt nicht ganz so ergibig , aber wir haben auch noch einige an Heu und noch 12 Grasssilage Ballen , das wird hoffentlich reichen.

    Auch um die Maschinen wird sich gekümmert. Der gute 3640 bekommt nun seine wohlverdiente Aufmerksamkeit: Ölwechsel, Filter und die üblichen Wartungsarbeiten stehen an. Unterstützung habe ich von Matze, einem alten Bekannten, der es mal wieder aufs Land verschlagen hat. Gemeinsam schrauben, reden und lachen – manchmal sind es genau diese Momente, die den Alltag besonders machen.

    Kaum ist die Ernte eingebracht, beginnt der nächste Zyklus. Dankbar für das Gewachsene – bereit für die Aussaat.

    Wie bestellt: Der Lohnunternehmer steht bereit.
    Mit seinem 8280 TTV und einem Veenhuis‑Fass (20 m³) angerückt, um vor dem Pflügen noch wertvolle Nährstoffe auf den Boden zu bringen.

    Schnell noch die Maisstoppeln einarbeiten, damit wir den Winterweizen rechtzeitig auf die Fläche bekommen.

    In den kommenden Wochen soll es bereits deutlich abkühlen. ❄️ Sicher ist sicher – nicht, dass wir Probleme vor dem Auflaufen des Korns bekommen.
    Fürs kommende Jahr erwarte ich eine TOP‑Ernte ^^.

    Knapp 2,8 ha Winterweizen sollten es nun sein. 🌾
    Die alte Kombi aus dem 3640, der Maschio Kreiselegge und der Amazone D8 harmoniert hier einfach nahezu perfekt –wie ein altes Ehepaar 😉.

    Langsam macht sich der Herbst auch bei uns auf dem Hof bemerkbar. Ein kühler Hauch des Winters liegt in der Luft, die Tage werden kürzer und die Nächte zunehmend frostiger. Dennoch heißt es noch einmal zusammen anpacken. In den kommenden Tagen stehen mit dem letzten Grasschnitt und dem Maissilieren die abschließenden Arbeiten der Erntesaison an. Für unsere Familie bedeutet das nochmals volle Einsatzbereitschaft, bevor wir ein arbeitsreiches Jahr auf den Feldern erfolgreich abschließen können.

    Doch nun genug der Gedanken.

    MF 3060 im Einsatz – Mähwerke dran und los geht’s.

    Viel wird es diesmal zwar nicht werden, da wir auf den Flächen erst vor knapp sechs Wochen Heu geerntet haben. Dennoch haben wir uns bewusst dazu entschieden, den letzten Schnitt mitzunehmen. Da aktuell schwer abzuschätzen ist, was unsere Kühe über den Winter hinweg tatsächlich brauchen werden, gilt für uns nach wie vor: lieber ein bisschen zu viel im Silo als am Ende zu wenig.

    Nach dem Mähen wird nun der „Johnny“ wieder einsatzbereit gemacht. Ab geht’s an den Maishäcksler: Der Lizard Häcksler fast zwei Reihen, und nun bleibt abzuwarten, ob die 112 Pferdestärken des 3640 dafür ausreichend sind. Die nächste Etappe der Ernte kann beginnen.

    Wie sich gezeigt hat, haben die Wildtiere ganze Arbeit geleistet. Mitten im Feld ist eine riesige Insel der Leere.

    Knapp sechs Stunden später ist der Tank leer, dafür sind die 3,5 Hektar im Silo. Schätzungsweise dürften es um die 250 m³ geworden sein. Ob das am Ende gut war? Keinen blassen Schimmer.

    Leider habe ich vor lauter Häckseln das Wenden der Grassilage vergessen. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass ich mir damit keinen Bock geschossen habe.


    Zwei Tage sind nun wieder ins Land gezogen. Sonntag ist eigentlich Herrentag, doch da es morgen wieder zurück in den regulären Job geht, heißt es noch einmal anpacken. Also wird die Grassilage zügig zusammengelegt und ins Silo gefahren. Geschwadet wird wie so oft mit unserem guten alten 710er und der bewährten Heuspinne – Technik mit Geschichte, auf die man sich verlassen kann.

    Insgesamt sollen es knapp drei volle Ladewägen werden. Das entspricht etwa 70 m³, hinzu kommt noch das, was vom ersten und zweiten Silageschnitt bereits im Silo liegt. Unterm Strich sollte damit eine solide Futterbasis für den Winter geschaffen sein ??