Ein lang gehegter Traum scheint zum greifen nah

  • Viel Bewegung

    Heute habe ich die Bestätigung erhalten:
    Nach 31 Jahren ist im August Schluss.

    Ein Kapitel geht damit zu Ende – eines, das mich über Jahrzehnte begleitet hat.
    Und gleichzeitig beginnt etwas völlig Neues.

    Die Abfindung wird im Anschluss ausgezahlt und wird sich, nach Abzug von Steuern und allem Drumherum, auf etwa 200.000 Euro belaufen.

    Damit ist zumindest erstmal ein Polster vorhanden.
    Eines, das uns hoffentlich durch die schwierigere Anfangszeit tragen wird.

    Denn klar ist auch:
    Ein Selbstläufer wird das alles nicht.

    Zum Glück stehen wir das nicht allein durch.
    Sabine hat die Selbstvermarktung und die Ferienwohnungen übernommen – mit viel Einsatz und eigenen Ideen. Zusätzlich arbeitet sie weiterhin Teilzeit im Steuerbüro in der Nähe.

    Ein Stück Sicherheit, das in dieser Phase unglaublich viel wert ist.

    Aber nun erst mal die Viecher versorgen.


    Nebenher habe ich allerdings noch eine weitere Entscheidung getroffen. Sie liegt zwar schon etwas zurück, aber vielleicht könnt ihr euch noch erinnern, dass ich mir einen New Holland T6 angesehen habe.

    Und was soll ich sagen… so schwer es mir auch fällt: Trotz der ganzen Zeit und des Geldes, das ich in den alten John Deere 3640 gesteckt habe, bleibt er eben genau das – ein alter Traktor. Keine Klimaanlage, keine Federung, nicht der Komfort, den man sich im Alltag irgendwann einfach wünscht.

    Als Nebenerwerbsfahrzeug war das alles vollkommen in Ordnung. Da hat er seinen Job gemacht, zuverlässig wie eh und je. Aber nachdem wir jetzt ja eine andere Richtung eingeschlagen haben, eine andere Zukunft im Blick haben, ist die Entscheidung letztlich unausweichlich gewesen.

    Es ist jetzt einfach Fakt.

    Ja, und ihr seht richtig – auch der Fiat geht.
    Den wollte ich eigentlich wirklich behalten. Schon während der Restauration hatte ich ein richtig gutes Angebot bekommen, das ich damals aber ausgeschlagen habe.

    Doch auch hier ist es letztlich dasselbe Thema: Ich kann ihn einfach nicht sinnvoll einsetzen. Alle Maschinen bei mir am Hof sind auf den John Deere ausgelegt – und für den Fiat sind sie schlichtweg zu groß.

    So schwer es mir auch fällt, aber am Ende bringt es nichts, nur aus Nostalgie daran festzuhalten.

    Schweren Herzens werden sie nun beide gehen.

    Einige Tage sind vergangen.
    Eigentlich sollte der neue Traktor schon seit zwei Tagen da sein – umso größer war dann die Erleichterung, als endlich der Anruf kam.

    Und was soll ich sagen… da stand er nun:
    Ein fabrikneuer New Holland T6.145, ausgestattet mit einem Stoll Frontlader.

    Ein richtig stolzer Moment.
    Unter den Blicken der anderen, sogar mit einem kleinen Zeitungsfoto, wurde mir der Schlüssel überreicht – und Sabine bekam einen schönen Blumenstrauß dazu.

    In diesem Moment wurde so richtig klar:
    Das hier ist nicht nur irgendeine Neuanschaffung… das ist ein neuer Abschnitt.

    Nach einer kurzen Einführung in die Steuergeräte, Zapfwelle und das Getriebe ging es dann auch schon zurück zum Hof.

    Viel Zeit, die Maschine in Ruhe kennenzulernen, bleibt leider nicht – die Aussaat der Zwischenfrucht auf den ehemaligen Haferäckern wartet schließlich nicht.

    Also kurzerhand das Güllefass an den New Holland gehängt… und ab aufs Feld.

    Die Gülle beziehe ich aktuell noch vom Tierhändler in der Nähe, da unser eigener Bestand leider noch nicht ausreicht, um die Flächen komplett selbst zu versorgen.

    Nachdem die Gülle ausgebracht war, ging es direkt ans Einarbeiten.
    Also die ersten richtigen Zugarbeiten für den neuen Schlepper.

    Beim Ankuppeln des Fricke‑Grubers musste ich allerdings schon schmunzeln – die 2,5 Meter Arbeitsbreite wirken am neuen Traktor fast schon ein wenig lächerlich.

    schnell merkt man , dass der New Holland trotz der nur 25 PS Mehrleistung in einer ganz anderen Liga spielt

    Mühelos ging es mit 15 km/h den Berg hinauf.
    Hier hatte ich mit dem 3640 doch ordentlich zu kämpfen – 10 km/h waren da schon das Maximum, um überhaupt eine vernünftige Durchmischung hinzubekommen.

    Am neuen Traktor merkt man einfach sofort die Leistungsreserven.

    Am folgenden Tag ging es dann an die Aussaat des Klees als Zwischenfrucht.
    Da ich aktuell keine andere Möglichkeit habe, bringe ich diese noch mit der alten Saatkombi aus.