• Sommerzeit

    Der Juni beginnt hier im Norden durchwachsen. Der Regen ist gut für das, was noch wächst auf den Feldern, weniger für das, was diesen Monat geerntet werden soll: die Gerste. Ein wenig Zeit bleibt also noch, die letzten Handgriffe am neuen Gartencafé auf Gut Meineroog zu erledigen, die dortige Schaubäckerei zum Laufen zu bekommen, incl. einer kleinen Getreidemühle. Aber das ist eine Geschichte, die auch später noch erzählt werden kann.

    Jetzt war es dann nämlich schließlich doch soweit, Ausfahrt unseres JD S780. Warum wir ausgerechnet diesen Drescher auf dem Hof haben ist kein Zufall sondern war eine "Empfehlung" eines jungen Farmer-Ehepaars aus Nebraska. Wir legen die Mais-Zähne ab, schnappen uns die Haspel und die Drohne und nix wie raus zum Feld 41.

    Gut Meineroog

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  • Nachdem nach der Gerste dann auch das Stroh gut eingefahren war, war die Frage, was machen wir jetzt so früh mitten im Jahr mit dem Feld? Wir haben uns dann für Zwischenfrucht entschieden: Ölrettich. Sehr gerne hätten wir z. B. auch Klee gesät, allein es war dafür kein Saatgut zu bekommen.

    Es ist einer meiner größten Wünsche an den nächsten LS, dass endlich die Vielfalt der Bodenfrüchte im Basisspiel erhöht wird - was es da (heute) alles gibt, da hängt das Programm wahrlich hinterher.

    Abends bin ich dann um diesen Ärger loszuwerden noch mit dem neuen PKW raus zur Hütte im Wald gefahren. Hier findet man Ruhe, Besinnung und Entspannung ...

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  • Juli, der zweite Erntemonat auf Gut Meineroog. Nach der Gerste im Juni, kamen jetzt Weizen, Hafer und vor allem der Raps unter die Haspel. Der Ablauf ist ja im Grunde immer wieder gleich, Dreschen, Abfahren und Einlagern - euch Bilder davon zu zeigen eher langweilig. Allein von unserem "Schwarzen Gold" - dem Raps - zeige ich euch heute wieder drei, da wir uns dazu entschlossen haben, einen Teil der Ernte in einer kleinen, neuen Mühle zu Öl weiterzuverarbeiten.

    Da kam es uns gerade gelegen, dass einer unser Mieter aus der großen Halle ausgezogen ist, sein Online-Shop ist unterdessen so erfolgreich geworden, dass er andernorts eine größere Lagerfläche für seine Waren angemietet hat.

    Doch die kleine Mühle schafft natürlich nur einen Bruchteil unseres Feldertrags. Die Frage war also, was machen wir mit dem großen Rest? Ihn auch im Silo warten lassen bis der Marktpreis gut ist? Das wäre im November!

    Doch dann erinnerte sich unser Altknecht Jürgen: da gab es doch noch irgendwo die "Schwarze Mühle" ...

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  • Zwischenspiel

    Während wir noch überlegen, wo genau die "Schwarze Mühle" lag, springen wir kurz zwischendurch zum Treckerhof Meineroog: dort gibt es nämlich einen Neuzugang.

    Den Hintergrund bzw. den Anlass zu diesem Zwischenspiel findet ihr hier im Forum im Thread "Es gibt ihn nur einmal weltweit: der Borgward-Trecker von Gerhard Puls".

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  • Schließlich war sich Altknecht Jürgen dann sicher: zur "Schwarzen Mühle" fahrt ihr vom Gutshof immer gerade aus, am Treckerhof vorbei, über Karlslum und dann am Bahnübergang links. Zur Sicherheit zwischendurch noch einmal fragen. Es gibt kein Hinweisschild, nur eine "Kreatur" am Wegrand, dort müsst ihr rechts abbiegen. Die Mühle ist so etwas wie ein Selbstversorgerhof, die sich dort mit dem Mahlen von Raps und Sonnenblumen etwas dazuverdienen - so irgendwie.

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  • Wenn man auf einen fremden Hof fährt, erst recht mit einem Gespann, dann ist es ja immer recht ratsam, vorher einmal auszusteigen und sich diesen zu Fuß anzusehen. Wer weiß, was einen hinter den Mauern, den Bäumen und Büschen oder allgemein hinter der nächsten Ecke erwartet.

    "Hallo. Hallo?" Hier bei der "Schwarzen Mühle" erwartete mich scheinbar niemand. Der Hof schien leer, wenn auch nicht verlassen. In zwei Hochbeeten wuchs ein wenig Gemüse, von irgendwo her hörte man das Blöken von Schafen und ein Duft von Zufriedenheit lag in der Luft.

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  • Aufmerksamen Bildbetrachtern mag es aufgefallen sein, die "Schwarze Mühle" sieht hier von der Hofseite anders aus als noch davor von der Hofzufahrt aus gesehen? Die Mod ist eigentlich eine italienische Ölmühle mit entsprechender Architektur bzw. besser gesagt Textur. Die passte mir jetzt doch nicht so recht in mein nordfriesisches Land, weswegen ist sie - also die Texturen für das Dach und die Wände - abgeändert habe. Soviel nur dazu.

    Auf der gegenüberliegenden Hofseite leuchtet ein kleiner Sonnenblumengarten, führte ein bewachsener Weg am Waldrand entlang und stand - halb zugewachsen - ein alter, grauer Trecker.

    Als auf dem Gut Jürgen "Schwarze Mühle" gesagt hatte, hatte es weit hinten in meinem Hirn aus Kindertagen geklingelt. Woher kannte ich diesen Namen? Jetzt hier, dieser alter, grauer (?) Trecker ließ es mir wieder einfallen: "Krabat". Natürlich! Fehlte nun nur noch, dass sich der Besitzer dieses Anwesens - hätte ich ihn denn erst einmal gefunden - als Otfried vorstellt.

    ... und warum es nun auch noch ausgerechnet ein Volvo war (T 425, Bj. 1957-62, 25 PS), wo ich doch gerade jetzt kürzlich erst irgendwo etwas über Volvo gelesen habe?

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