Landleben in Hinterkaifeck. Neues von Melli, zwischen Gerüchten, Geschichten und Kühen

  • Hallo Liebe Community,


    nun habe ich zwei Stunden meinen Hof eingerichtet und mit der Feldarbeit begonnen. Da ich wieder ein bisschen mehr Zeit habe, dachte ich mir diese wunderschöne Map mit einer Story zu würdigen. Und da es hier im Forum mit den Story´s ja eh ziemlich ruhig geworden ist, kam mir die Idee euch einfach ein wenig an meinem Landleben teil haben zu lassen.


    Aber fangen wir doch mal mit einem Einstieg an.


    Figuren in der Story: (das Alter ist zu beginn der Story)

    Melli - 19 Jahre, die neue in Hinterkaifeck, Hauptdarstellerin


    Max - 75 Jahre, Hofbesitzer Milchbetrieb Müller

    Luise - 68 Jahre, Frau von Max


    Reiner - 49 Jahre, Vater von Melli

    Anja - 42 Jahre, Mutter von Melli


    Philipp - 22 Jahre, Sohn von Xaver Reithmayer

    Julia - Alter noch unbekannt, Tochter vom Bäcker, die große Unbekannte


    HeMoe oder Helmut, man kann nur erraten wofür es steht - Alter spricht er nicht drüber, Hofbesitzer Rinderzucht Schuster


    -Februar 2019-


    Melli ist 19 Jahre jung, hat gerade ihr Studium zur Agrarlandwirtin abgeschlossen und sich nach Bayern, genauer, nach Hinterkaifeck verirrt. Hier stand ein Hof zur Weiterführung, bzw. zum Verkauf. Da Melli das Geld für den Hof natürlich nicht hatte, suchte sie das Gespräch mit dem alten Max und seiner Frau und kam auch prompt zu einer Einigung. Der gute Max wird, wo er kann Melli unter die Arme greifen und ihr weiteres Praxiswissen vermitteln. Die Haupttätigkeiten übernimmt Melli, eigenverantwortlich. Eine kleine Einliegerwohnung gibt es auf dem Hof ebenfalls. Somit muss sie sich keine Wohnung suchen und ist direkt am Ort des Geschehens.

    Einen Fuhrpark gibt es natürlich auch, welchen ihr dann während der Arbeiten zu sehen bekommt. Und um jetzt einfach mal ein paar Impressionen zu teilen gibt es die ersten Bildchen.


    Mit gepackter Tasche ist Melli am Milchbetrieb Max Müller angekommen. Es ist Februar, 4 Grad kalt, die Bäume noch kahl. Sie grinst über das ganze Gesicht -alles meins- als Sie vor diesem wunderschönen alten Gehöft steht und den recht neuen Claas Arion 440 mit Frontlader entdeckt. Trotz des alten Hofes und des Besitzers Max, stolze 75 Jahre ist er nun alt, aber fit wie ein Turnschuh, sind die Maschinen teils sehr modern. Max hatte wohl ein Fable für neuen Maschinen.

    Intro - Landleben in Hinterkaifeck. Neues von Melli, zwischen Gerüchten, Geschichten und Kühen


    Um das schöne Wetter noch zu nutzen klemmt Melli sich gleich den Tiefenlockerer an das zweite neue Gefährt, einen Arion 660 mit satten 205PS ist er für die Betriebsgröße schon fast übermotorisiert. Als Melli diese Äußerung gegenüber Max vertrat, antwortete dieser kurz und knapp -mein Mädel, lieber haben statt brauchen. Du weißt nie was als nächstes kommt- Recht hat er und schon stellt Melli fest, dass sie noch ganz schön lange Ackern muss, bis das alles wirklich ihres ist.

    Intro - Landleben in Hinterkaifeck. Neues von Melli, zwischen Gerüchten, Geschichten und Kühen


    Aber gut, der 6 Zylinder grummelt vergnügt vor sich her und hat mit dem 3 Meter breiten Bremer Tiefenlockerer keine Probleme. Bahn für Bahn zieht Melli durch das Feld und freut sich über diese riesen Möglichkeit.

    Intro - Landleben in Hinterkaifeck. Neues von Melli, zwischen Gerüchten, Geschichten und Kühen

  • -Februar 2019-


    das schöne Wetter hält sich. Von den vier Flächen die zum Hof gehören sind zwei fertig für die Aussaat. Die dritte allerdings muss gepflügt werden. Der Boden ist so steinhart das sich hier wohl gar nichts pflanzen lässt. Also den Lemken-Pflug an den großen Arion und auf geht´s zum nächsten Feld. Das letzte Feld muss lediglich einmal mit der Grubber bearbeitet werden, hier sieht die Bodenqualität hervorragend aus.

    Auf dem Feld angekommen, Pflug gesenkt, auf das Gaspedal gedrückt und schwups geht ein Ruck durch das ganze Gespann, was einer Vollbremsung nahe kommt. Nun wird Melli bewusst was Max meinte, als er sagte -lieber haben statt brauchen- denn nun wird die Leistung tatsächlich benötigt. An den Steigungen hat der Arion mit seinen 205 Pferdchen gut zu tun. Ist halt doch ein bisschen anders als im hohen Norden, wo man von Bremen bis Ostfriesland schauen und Tante Erna zuwinken kann.

    Landleben in Hinterkaifeck. Februar-2


    Aber auch die Gegend gefällt Melli sehr. Von Heimweh ist nicht wirklich kaum etwas zu spüren. Die Aussicht, die Berge und mit Max und Luise hat Melli wirklich tolle Hofpaten. Während der Feldarbeit hinter dem Hof entdeckte Melli Luise am Feldrand mit einem Korb im Arm. Melli stellte das Gespann ab und ging zu ihr. -Mädchen, nicht das Du mir bei der ganzen Arbeit verhungerst, oder gar verdurstest- sagte sie mit einer Freude im Gesicht. Der Korb war prall gefüllt, wo mir die Frage aufkam, ob ich das alles alleine essen soll.

    Landleben in Hinterkaifeck. Februar-2


    Ein paar Minuten später gesellte sich auch Max dazu. An der Kuhweide neben dem Feld wurde die Picknickdecke ausgebreitet und die, wie man hier so schön sagt, Brotzeit, genossen. Leckeres frisches Sauerteigbrot mit Salami, Schinken und frischen Käse. -alles von unseren Viechern- entgegnet Max mit einer Begeisterung die seines gleichen sucht. -Bei uns gibt´s das, was wir haben, nicht mehr nicht weniger. Was übrig bleibt wird verkauft, direkt, hier vor Ort, oder in der Region, aber nicht weiter!- Die versteckte Botschaft war nicht zu überhören. Seine Standpunkt zur Massentierhaltung war klar unterstrichen, was Melli sehr gefiel, denn darüber wurde noch nicht gesprochen.

    Landleben in Hinterkaifeck. Februar-2


    Die Zeit rennt! nach dem Essen geht´s wieder auf den Schlepper. Max musste sich noch schnell erkundigen, ob ich mit der Technik zufrieden bin, was ich ohne Worte mit einem breiten Grinsen beantworten konnte. Das Gespann in die nächste Bahn gedreht, auf´s Gaspedal gedrückt, ein lautes Grummeln, dunkler Qualm und weiter geht´s. Die Gegend, der Ausblick ist einfach überwältigend. Das Feld muss unbedingt fertig werden, damit alles rechtzeitig bestellt werden kann.

    Landleben in Hinterkaifeck. Februar-2

  • -Februar 2019-


    Der Monat neigt sich dem Ende entgegen. Die Feldarbeit hat riesigen Spaß gemacht, aber auch irgendwo ihren Tribut gefordert. Wer rastet, rostet, besagt ein altes Sprichwort, welches Melli´s alter Chef auf dem Lehrbetrieb steht´s parat hatte. Und so starten die Vorbereitungen für die Aussaat. Am frühen Abend fährt Melli zum Händler um das bestellte Saatgut abzuholen und es in den Schuppen zu stellen.

    Landleben in Hinterkaifeck. Februar-3


    Nachdem das erledigt ist stellt sie die Maschinen alle gesäubert an ihren Platz und schaut noch einmal nach den Hühnern und den Kühen. An Gatter verweilt sie einen Moment und schaut sich das Treiben auf der Weide an. Sie ist so vertieft, dass sie den herannahenden Max überhaupt nicht registriert. Die fast Melli leicht an die Schulter, worauf sie erschrickt und hochschnellt. -Na, mein Madl, wo bist du denn ganz gewesen?- Melli schaut ihn immer noch etwas abwesend an und antwortet -überall und nirgends Max. Mir gefällt es hier sehr und doch plagt mich Heimweh. Obwohl der erste Monat so gut lief habe ich Angst etwas falsch zu machen, oder zu scheitern.- Max drückt Melli an seine Schulter. -weißt du, du hast diesen Monat viel bewegt, hast alles alleine gestemmt. Gut nicht ganz, die Hühner habe ich einmal gefüttert, damit die noch Eier legen und der Hahn uns morgens weckt. Gönne dir heute mal eine Auszeit, gehe raus, gehe unter Menschen. Denn in der Ruhe liegt die Kraft- Man, haben alle Bauern irgendwelche Weisheiten?! Und dann auch noch so gegensätzlich.

    Landleben in Hinterkaifeck. Februar-3


    Wieder etwas neues zum drüber nachdenken. Diese Weisheiten machen beide so viel Sinn, sind aber so gegensätzlich, was ist richtig? Oder ist es der Mix aus beidem? Melli versucht abzuschalten und schlendert durch den kleinen Ort Hohenbrunn. Vorbei an der Wirtschaft, Richtung Bäckerei und wieder zurück. Die Kirche war schon am Tage sehr schön anzusehen, aber am Abend wirkt sie durch die Beleuchtung noch imposanter.

    Landleben in Hinterkaifeck. Februar-3


    Sie geht weiter, wieder Richtung Hof. Ihr kommt eine Frau entgegen, die im vorbeigehen kurz aufschaut, freundlich grüßt, den Kopf wieder senkt und im Dunkeln verschwindet. Sie war so schnell unterwegs, das Melli den Gruß nur knapp erwidern konnte. Nicht ihrer Eile wegen, irgendwas war merkwürdig an dieser Person. Melli wäre noch gerne in die Wirtschaft gegangen, auf ein leckeres Weizen, aber die Erschöpfung hat sie eingeholt. Im Bett liegend grübelt sie noch über die Weisheiten und der Frau nach und schläft dabei einfach ein.

  • -März 2019-


    es ist 6:30 Uhr als Melli die Füße vor die Tür setzt und einen tiefen Atemzug der frischen Frühlingsluft nimmt. Die Blätter sind grün, die Vögel zwitschern und der Hahn ist Tod. Was!!! Nein ist er nicht, beruhigt Melli den guten Max. So ein Schock am Morgen verträgt er nicht, aber Melli hätte um 5:00 Uhr den Hahn wirklich liebend gerne den Hals umgedreht und zum Mittag gegessen. Nun gut, das Wetter und die Luft entschädigen. Ganze 9° sind es, Zeit die Saat in die Erde zu bringen. Aber vorher noch zu den Kühen und eine ordentliche Portion Kraftfutter zubereiten. Mit dem Ballenspieß pflügt Melli die Ballen aus dem Unterstand und kippt diese in den Strautmann Vertimix 2401 Futtermischwagen.

    Landleben in Hinterkaifeck. März-1


    Im Anschluss wird die Amazone AD302 an den 660 Arion angehängt. Mit einem Ruck und ein Wippen auf den Vorderrädern hebt der Claas die schwere Sähmaschine an. -Scheiße ist das Teil schwer- rutscht es Melli aus den Mund. Noch schnell die Ausbringmenge abdrehen, alles einmal durchchecken und dann kann es auch losgehen.

    Landleben in Hinterkaifeck. März-1


    -dieses Gewippe macht mich wahnsinnig- flucht Melli, Bahn, für Bahn, für Bahn. Das kennt sie vom Lehrhof anders. Jedes Ausheben ist für den Schlepper eine Tortur, aber nicht nur für diesen. Die Füllmenge neigt sich dem Ende, so wie auch Melli´s Geduld.

    Landleben in Hinterkaifeck. März-1


    Frustriert und durchgeschüttelt bricht sie zum Hof auf. -Das war´s für heute- schimpft sie am Hof und knallt die Tür des Arion so heftig zu, dass Max fast von der Bank fällt. -Madl, was ist los, bist du mit dem falschen Fuß zuerst aufgetreten, oder liegt ein Furz quer?- Melli, etwas ungehalten und für witzige Sprüche gar nicht zu haben faucht ihn direkt an -MAX.... die Drille ist scheiße! Sie ist zu schwer, sie macht kein Spaß, ich habe ein Schleudertrauma von dem ganzen Gewackel. Dieses Scheißteil muss weg!!!- Hui, das war´s mit dem ruhigen Madl, Melli kann ganz schön aufbrausend sein. Naja, was soll´s, sie hat diesen Monat Geburtstag und ist ein bockiger Widder. Max nimmt Melli mit zur Bank, drückt ihr einen Kräuterlikör in die Hand und fragt seelenruhig wie sie das Problem lösen möchte. -Eine neue Maschine muss her, mit dem Ding mach ich nicht weiter!- entgegnet Melli noch immer in voller Fahrt. na, gut, ein zweiter Likör. Max erzählt Melli, dass der Händler eine Väderstad Spirit R 300S beim Händler gesehen hat. -Das Ding kannst du auch behalten! das ist mir zu groß und nicht wendig genug!- Was soll´s denkt sich Max und schüttet ein drittes Glas Likör ein, irgendwann muss sie doch mal ruhiger werden. Schweigen.... Melli grübelt vor sich hin, der dritte Likör scheint zu wirken und Licht ins Dunkel zu bringen. Kurz wird kalkuliert... -für die Amazone bekommen wir 20 bis 25 Tausend Euro. Eine Kuhn HR3004 mit Kreisel und Fronttank liegt bei 41000 Euro. Da hier der Fronttank vorne angehängt wird ist hinten weniger Last und die Wendigkeit bleibt erhalten. Die will ich haben!- Melli ist bewusst, dass sie die Maschine aus eigener Tasche bezahlen muss, lediglich die Amazone darf sie in Zahlung geben, so ist der Deal. Melli hat von ihrem Vater 40000 Euro für den eigenen Hof bekommen, weitere 10000 Euro hat sie selber gespart. Das Saatgut musste sie auch aus eigener Tasche bezahlen, daher sind schon 3780 Euro weg, plus/minus den Sähmaschinen bleiben ihr noch ungefähr 29000 Euro. Morgen wollen sich die beiden das Gerät einmal anschauen und es ausgiebig testen. Leicht angesäuselt, weil Max meinte das Glas noch dreimal auffüllen zu müssen, geht Melli ins Bett.

  • -März 2019-


    -GUTEN MORGEN- hat es durch die Küche als Melli diese betritt. Max zuckt zusammen -Madl, soll ich einen Herzinfarkt bekommen?- Der Kaffee und die Käsestulle verbessern den Morgen nochmals, dann geht´s zum Händler. Maschine angeschaut, nagelneu ist sie, kurze Einweisung, angebaut und ab geht´s damit zum Hof, Probefahrt. Bei der Einweisung sah der gute Max etwas ratlos aus und ihm ging alles, was Melli mal eben so abnickte, viel zu schnell. Hoffentlich weiß sie was sie da tut, denkt sich Max und schaut sich das Spektakel am Hof an. Max steht auf neue Technik, aber hier war er einfach mal raus. Die neue Sähmaschine ist nicht groß, aber irgendwie wirkt sie gewaltig an dem 660er Arion.

    Landleben in Hinterkaifeck. März-2


    Fröhlich pfeifend befüllt Melli die Drille und fährt zum Feld. GPS programmiert, Drille auch, Tempomat eingestellt und ab geht die Fahrt. Der kleine Dickkopf ist zufrieden, eine tolle Investition. Auch auf den zweiten Schlag kommt Weizen. Durch die anderen Wetterbedingungen, zum hohen Norden, kann sie keinen Raps anbauen, der kommt hier nicht mehr durch. Somit steht dieses im Herbst an, aber Plan "B" steht schon. Und was treibt Max?

    Landleben in Hinterkaifeck. März-2


    Max sitzt auf seiner Bank, vor ihm sein neuestes Lieblingsspielzeug, eine Drohne. Das Ding hebt ab und der Schlingel hat nichts besseres zu tun als Melli bei der Arbeit zu beobachten, aus der Luft versteht sich. -Luise, komm mal gucken!!! Melli fährt hier lauter Streifen in das Feld und vergisst die Hälfte, ich muss da sofort hin!- brabbelt Max vor sich hin und will aufspringen. Luise schaut ihn mit glitzernden Augen an, fasst ihn an die Schulter und drückt ihn wieder auf die Bank. -Max mein Lieber, sie weiß was sie da tut, da bin ich mir sicher. Wenn sie wieder da ist, kannst du sie ja fragen, oder du geht´s in aller Ruhe hin und fährst eine Runde mit, mein kleiner Spion-

    Landleben in Hinterkaifeck. März-2


    Als Max die beiden Arion seinerzeit kaufte, wollte er den größeren wegen seiner Zugkraft. Als der Verkäufer ihm von den technischen Möglichkeiten erzählte, zählte Max anscheinend an der Fingern die Leistung des neuen Schleppers ab, als aufmerksam zuzuhören. Als Max auf dem Beifahrersitz Platz nimmt klärt Melli ihn auf. -bevor ich heute Morgen zum Frühstück kam, habe ich das Feld am Computer eingemessen und die GPS-Koordinaten bestimmt. Im zweiten Gang habe ich die Sähmaschine so programmiert, das sie beim Wenden in jede dritte Spur fährt, zum Schluss da ganze wieder zurück. Der Tempomat tut sein übriges. Eigentlich sitze ich hier und hebe die Maschine nur noch aus und setze sie wieder ab, alles andere macht das Gespann von alleine, bis zum abschließenden Vorgewende.... cool oder?- Max ist platt. Irgendwo hat er wieder nicht mehr zugehört, weiß der Teufel was ihm durch den Kopf ging, aber beeindruckt ist er dennoch. Für ihn, obwohl technisch visiert ist die Zeit irgendwann stehen geblieben. Um so mehr freut er sich mit Melli über die neue Errungenschaft. Die Amazone-Drille geht noch am gleichen Tag zurück zum Händler. Dieser bewertet sie, auf Grund des guten Zustands, mit 29621,00€, für die Kuhn-Drille hat Melli einen Preis von 37000,00€ bekommen. Somit bleiben ihr noch 38841,00€

  • -März 2019-


    auch dieser Monat neigt sich so langsam dem Ende entgegen. Das Wetter ist nach wie vor stabil und auf Feld 4, nachdem Feld 1&2 mit Weizen bestellt wurde, wird Hafer angebaut. Der Hafer wird komplett verkauft, der Weizen zum Teil eingelagert. Die Drille macht gute Arbeit und erhellt Melli´s Herz für die Landwirtschaft.

    Landleben in Hinterkaifeck. März-3


    Feld 5 hat Melli als Versuchsfeld für eine ökologische Landwirtschaft bestimmt. Hier möchte Sie schauen ob sie ohne Dünger und Pestizide eine vernünftige Ernte erzielen kann. Naja, es war ja eher aus der Not heraus, da sich der Raps nicht mehr in die Erde bringen ließ, aber so kann man doch einfach etwas neues probieren. Mit dem Saphir GS 603 Striegel samt aufgesetzten Saatguttank DrillStar wird auf diesem Feld der Ölrettich ausgebracht. Dieser wird später, mit dem Grubber als Gründünger in die Erde für die nächste Aussaat eingearbeitet.

    Landleben in Hinterkaifeck. März-3


    So, die Felder sind alle bestellt, die Maschinen sauber im Unterstand. Nun noch einem Blick in den wertvollen Tierbestand. Melli bekommt leuchtende Augen als sie zwei Küken im Hühnergehege entdeckt. -endlich Nachwuchs….- nicht das es nach extremer Zucht aussieht, nein für Melli sind es einfach die ersten Küken seid sie hier ist. Auch beim Blick zu den Kühen sieht sie das die künstliche Befruchtung angesetzt hat. Acht trächtige Kühe, nicht schlecht. Mal schauen ob sich noch ein zwei Nachzügler dazugesellen. Aber ohne Futter und Wasser keine glücklichen Kälber. Somit gibt es zum Abend noch eine leckere Mischration und frisches Wasser aus dem Quellsee vor dem Haus. Max meint, das ist veredeltes Wasser. Deshalb werden seine Kühe so alt und sehen so glücklich aus. Der Typ kommt auf Ideen. Beim vorbeifahren stellt Melli fest, dass die Tore der Maschinenhalle geschlossen sind. -die habe ich doch, wie die letzten Tage auch, offen gelassen?!- überlegt sie und ist verwundert das diese geschlossen sind. Da kommt bestimmt heute Abend eine Standpauke, dass ich die Hallen nicht immer offen stehen lassen soll...

    Landleben in Hinterkaifeck. März-3


    Nachdem die Kühe ihr Zauberwasser bekommen haben will Melli alles wegräumen. Sie wundert sich über die Ruhe am Hof, keiner da, nicht einmal Samy, der Hofhund macht Radau, obwohl sich dieser immer freut, wenn Melli über den Hof fährt. Merkwürdig. Mit dem kleinen Arion geht es zur Maschinenhalle, Tür geöffnet... "ÜBERRASCHUNG" tönt es aus der Maschinenhalle. Melli traut ihren Augen nicht. Vor ihr stehen Max und Ihr Vater Reiner, weiter hinten entdeckt sie Ihre Mutter Anja, die mit Luise einen Plausch hält. Melli ist regelrecht erstarrt und weiß nicht, wem sie zuerst um den Hals fallen soll. Es ist Max, der zuerst gedrückt wird, denn ohne ihn, wären Melli´s Eltern an ihrem Geburtstag nicht hier, dann herzt sie Mutter und Vater und freut sich, dass sie diesen weiten Weg auf sich genommen haben. Komisch, beim Telefonat heute Morgen, hörte es sich nichht so an, als ob sie im Auto sitzen würden. Die Maschinenhalle ist mit Lichterketten, Tischen und Stühlen fein hergerichtet, in der Ecke steht eine kleine Bar, in der anderen das Büfett. Und wer steht vor dem Büfett... natürlich HeMoe72, der Nachbar... und was hat er an.... natürlich ein T-Shirt mit Sonderdruck. Am Rücken steht, wie sollte es auch anders sein "Fendt! Alles andere ist schnulli bulli!" und vorn, auf Höhe des Bauch´s "was guckst du... Bier formte diesen stämmigen Bären!" Aber auch viele andere Leute sind hier, die Melli noch nicht kennt, gut mal gesehen hat. Da wäre Philipp, der den Schweinehof seines Vaters übernehmen wird und ungefähr Melli´s Alter hat. Auch das Mädel, welches Melli am Abend begegnet ist, ist ebenfalls auf der Party. Sie ist hübsch zurecht gemacht und sieht bezaubernd aus, fast schon ein bisschen zu viel für eine solche Party. Die beiden neben ihr sind die Eltern, denen die hiesige Bäckerei gehört. Von den anderen Jugendlichen, die fast alle zusammen stehen, steht sie weit entfernt. So etwas entgeht Melli nicht und irgend etwas ist immer noch merkwürdig an ihr. Den Namen hat sie bereits über Max in Erfahrung bringen können, Julia heißt sie, aber mehr rückt der alte Hund nicht raus. Melli mischt sich den Abend unter die Leute, nur an der Julia kommt sie nicht mehr ran, da Familie Schilling die Feier wieder früh verlassen hat. Wer ihr den ganzen Abend nicht von der Seite weicht ist Philipp, immer wieder ist er da, steht dicht bei ihr und hat immer wieder mal, wenn Melli´s Glas leer ist einen Mojito dabei. -will der mich abfüllen???- fragt sich Melli. Aber auch die schönsten Abende gehen mal zu Ende. Um drei Uhr Nachts, nachdem sie alle verabschiedet hat, bekommt sie von Philipp noch einen Schmatzer auf die Wange und geht ins Bett. Morgen steht wieder viel Arbeit an. Was für ein wundervoller Abend.

  • -April 2019-


    Melli sitzt mit Max und jeder mit einen Becher Kaffee am Frühstückstisch. Vor dem Frühstück hat sie die Weiden begutachtet. Eigentlich könnte man noch warten, aber die Wettervorhersagen machen sie vorsichtig. Erntereif ist es, der Ertrag aber noch nicht voll ausgewachsen. Was machen? Max schaut Melli an -Madl, höre auf Deinen Bauch- und genau das macht Melli. Mit dem Arion 440 fährt sie an das Kuhn GMD4411 Mähwerk. Für das bisschen Weide reicht das 4,30 Meter breite Mähwerk vollkommen aus und durch das Lift-Control werden einwirkende Kräfte durch unebene Flächen auf die Technik stark reduziert.

    Die Weiden hinter dem Hof und neben Feld 3 sind in kürzester Zeit gemäht. Auf der Weide hinter dem Hof möchte Melli Heuballen pressen und auf der größeren Weide Silageballen wickeln.

    Landleben in Hinterkaifeck. April-1


    Als sie vom Mähen zurück kommt steht Philipp am Hof. -Na super, der hat mir gerade noch gefehlt! Was der wohl wieder will.- Sie hängt das Mähwerk ab, setzt den Arion vor den Kuhn-Zweikreisel-Schwader und baut diesen an. mit einem -Hey Hübsche- gesellt sich Philipp dazu. Melli rollt mit den Augen bevor sie sich umdreht. -Philipp ich habe gerade keine Zeit. Ich muss die Wiese schwaden und Ballen wickeln. Heute ist es wirklich unpassend.- Auf die Frage ob er helfen könne, antwortet Melli mit einem knappen nein und ist mit dem Schwader verschwunden. Etwas genervt dreht sie ihre Runden.

    Landleben in Hinterkaifeck. April-1


    Auch das ist schnell erledigt, da der 9,30 Meter breite Schwader fast ein bisschen groß ist. Aber wie meinte Max so treffend? Lieber haben statt brauchen, du weißt nie was kommt. Nachdem sie die Press-Wickel-Kombination Claas Rollant 455 an den 660er Arion gehängt hat, macht sie sich wieder auf den Weg zur Weide. Dort angekommen reibt sie sich die Augen. Philipp, schon wieder! Sie muss sich zusammenreißen nicht auszuflippen. Dann entdeckt sie einen Korb in seiner Hand. Sie hält am Weiderand an und steigt vom Schlepper. Philipp hat Sandwiches, Kaffee, Tee und Mouse au Chocolat mitgebracht. Melli ist gerührt und kann ihm das nicht abschlagen, obwohl sie lieber würde. Eine halbe Stunde sitzt man zusammen und genießt die Ruhe auf der Weide, man lacht und spricht. Dann geht es mit der neuen Presse auf die Weide, Philipp auf dem Beifahrersitz sitzend werden die Ballen gepresst, anschließend gewickelt und abgesetzt.

    Landleben in Hinterkaifeck. April-1


    Auch dieser Arbeitsgang ist erledigt. Philipp hat sich den Korb geschnappt und zusammen fahren sie wieder zurück zum Hof. Dort angekommen wird die Presse mit Druckluft gleich ausgeblasen, damit diese durch Reibung und Hitze später nicht in Flammen aufgeht. Philipp bedankt sich für den tollen Nachmittag und macht sich auf den Weg nach Hause. Melli schaut ihm hinterher, kann dieses aber nicht so wirklich erwidern. Konzentration! Der Flachbettanhänger wird an den kleinen Arion gehängt und ab geht´s wieder zur Weide, Ballen aufsammeln. Melli´s Lieblingsarbeit, Ballenjenga-anders-herum. Da Sie die Ballenzange nicht mag, oder nicht mit umgehen kann, hat sie sehr viel Geld für die neue Nano-Tec-Multi-Close-Folie ausgegeben. Diese verschweißt sich sobald die Ballenspieße aus der Folie gezogen werden. Somit ist die Gährung der Ballen nicht gefährdet.

    Landleben in Hinterkaifeck. April-1


    Alle schafft sie nicht, da bleibt noch etwas für den nächsten Tag liegen. Auf dem Rückweg noch kurz auf die andere Weide geschaut um zu schauen ob das Gras trocken genug für das Heu ist. Auch hier muss sie noch bis zum nächsten Tag warten. Von der Scheune geht´s in die Küche wo Max am Tisch vor seinem Abendessen sitzt. -Hey Hübsche- grinst er, was Melli fast aus der Fassung bringt. Sie streckt ihm die Zunge raus. -Na, wäre der Sohn vom Schweinebauern nichts für Dich? Er reißt sich ja regelrecht die Beine aus um Dich zu erobern und Geld hat er auch, ist doch eine prima Partie.- Da ist es wieder, das Augenrollen, welches Melli schon am Morgen hatte. Schnell wechselt sie das Thema. -Max, ich habe heute in einem Newsletter Informationen zu einem Hofladen erhalten. Da gibt es eine Firma farmerfivetom der kleine bis große Hofläden in Handarbeit fertigt. Ich halte es für sinnvoll ein solches aufzustellen um den Hohenbrunner Bürgern unsere Produkte direkt zu verkaufen, ohne Zwischenvermarktung. Auch die Bürger aus umliegenden Orten fahren hier oft durch und halten bestimmt für regionale Produkte an.- Max schaut sie an und fragt wo sie das Ding aufstellen möchte. Melli hat sich den Platz unten am See gedacht, noch eine kleine Bank dazu, das wäre doch sehr gemütlich, einladend und idylisch. Max kratzt sich am Kinn und ist von der Idee weitgehend angetan. Melli fallen so langsam die Augen zu und sie begibt sich in ihre Wohnung, schaut noch einmal in den Newsletter um sich die verschiedenen Varianten und Preise anzuschauen und schläft dabei erschöpft ein.

  • -April 2019-


    -guten Morgen, guten Morgennnnn, guten Morgen Sonnenschein- trällert es durch den Flur als Melli die Treppe herunterkommt. Max, staatlich anerkannter Morgenmuffel schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Diese Begeisterung am Morgen ist nicht auszuhalten. Der April ist ein eher ruhiger Monat und somit bleibt Melli auch gerne mal ein bisschen länger liegen. Heute Abend will sie sich unter das Volk mischen, in der Wirtschaft ist ein Tanzabend geplant, den sie auf keinen Fall verpassen möchte. Aber vorher ist noch ein bisschen Arbeit angesagt. Es geht direkt mit dem Grubber zum Feld 5, wo der Ölrettich gesät wurde. Dieser ist nun soweit, dass er in die Erde und seine Tätigkeit als Dünger voll wahrnehmen kann.

    Landleben in Hinterkaifeck. April-2


    Nachdem das erledigt ist wird das Kotte 9000 Liter Güllefass angehängt und die abgemähte Weide hinter Feld 3 mit Gülle bestückt. Die Ausbringmenge hat Melli sehr gering angesetzt, da sie nicht gleich bei der ersten Weide die Güllegrube leerfahren wollte. Schließlich gibt es ja auch noch eine zweite Weide, welche die nötige Pflege braucht.

    Landleben in Hinterkaifeck. April-2


    Zum späten Nachmittag hin ist dann auch endlich das Heu trocken und kann gepresst werden. Die Hohe Luftfeuchtigkeit in der Luft hat das Trocknen doch mehr herausgezögert als zunächst erwartet, aber besser spät als nie. So geht es mit der Claas Rollant wieder ans Pressen. So viele Ballen waren es jetzt nicht, aber bis zum zweiten Schnitt sollten die auf jeden Fall reichen. Ob sie auch über den Winter reichen ist da eine ganz andere Frage.

    Landleben in Hinterkaifeck. April-2


    Nach getaner Arbeit geht´s dann unter die Dusche, fröhlich singend versteht sich, um sich auf den Tanzabend vorzubereiten. Max und Luise lassen sich nicht motivieren, nicht einmal als Melli versucht, Max mit einem oder zwei Bierchen zu locken. Der Blick in den Kleiderschrank lässt Melli hingegen nachdenklich wirken. -Was zieh ich nur an????- immer das gleiche! Das süße Schwarze, das auffällige Rote oder doch lieber das freche Blaue. Das freche Blaue ist genau das richtige, um ein bisschen Eindruck zu machen. Bei 1,85 Meter Größe spielt die Länge des Kleides auch keine Rolle, da sind die meisten Kleider kurz. Dann geht´s zur Wirtschaft. Am Tresen, was für ein Zufall... Helmut. Melli geht zu ihm hin, setzt sich daneben und bestellt ein Glas Rotwein. Das Lokal füllt sich, die Jugend findet sich zusammen. Dann kommt Julia durch die Tür, mit einem sehr süßen Rock und leicht bauchfreiem Shirt. -WOW- denkt sich Melli als sie Julia entdeckt. Sie schaut sich um und setzt sich weit entfernt von Melli und Helmut an den Tresen. Melli beobachtet sie, schaut rüber zur Jugend. Philipp schaut ebenfalls zu Julia, dann zu Melli und zwinkert ihr zu, bevor er Julia zuruft -Hey du alte Fummeltrine… lauf lieber wieder als Mann durch die Welt, das steht dir besser- Alles lacht, naja, Julia nicht und sinkt in sich zusammen. Melli wird auf einmal bewusst was an Julia anders war, aber so offensichtlich war das nicht. Sie.... kocht vor Wut, steht auf, wird von Helmut gebremst. Aber nicht Melli, die reißt sich los, marschiert auf Philipp los -Du Vollidiot- und schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. Auf einmal ist es ruhig, Philipp will zurückschlagen, sein Schlag wird aber von Helmuts starker Hand, die Philipps Arm umklammert, gebremst. Melli geht währenddessen zu Julia, zieht sie vom Stuhl auf die Tanzfläche und beginnt zu tanzen. Julia braucht einen Moment, kann sich dann ein bisschen lockern und steigt mit ein. Der Abend ist aufgrund der angeheizten und absurden Stimmung nicht sehr lang und somit trifft Melli um 1 Uhr Nachts am Hof wieder ein.

  • -Mai 2019-


    etwas angeschlagen schleppt sich Melli aus dem Bett. Auch der Blick nach draußen heißt nichts gutes. Heute ist es nichts mit Sonnenschein. Max schaut Sie an -Guten morgen Sonnenschein- Melli entgegnet mit einem gekonnten Augenrollen und nimmt sich einen Kaffee. Am Tisch sitzend erkundigt sich Max nach dem Abend. Der Buschfunk funktioniert in Hohenbrunn, den Schilderungen nach hat Max schon mit Helmut gesprochen. Die kurze Aufmerksamkeit lässt Melli nachdenken "wann denn nur, es ist halb sechs morgens" Zum einen findet Max den Einsatz sehr gut, weiß aber auch, dass es im Laufe des Tages ein Nachspiel haben wird. Melli ist das egal, der Depp hat das nicht anders verdient. Nach Kaffee und Käsestulle geht Melli vor die Tür -Mist hier regnet es ja auch- die Idee, es würde nur vor ihrem Zimmer regnen ist damit auch nicht aufgegangen.

    Landleben in Hinterkaifeck. Mai-1


    Naja, gute Möglichkeit zu Düngen. Da es die letzten Wochen sehr trocken war, tut es den Pflanzen richtig gut und mit dem Regen geht der Dünger auch direkt in den Boden. Die Pflegereifen werden auf den 440 Arion gespannt, dann geht´s zum Händler, Dünger kaufen, wieder 1920,00€ weg. Da sie ja schon beim Händler ist, kauft sie auch gleich noch Hühnerfutter, denn der letzte Bigbag ist leer und der Futter trog auch. Somit sind noch einmal 1500,00€ weg. Kontostand 35421,00€. So langsam muss mal Geld in die Kasse kommen. Aber in der Ruhe liegt die Kraft, denkt sich Melli mit ein bisschen Panik im Gesicht, denn der Hofladen muss auch noch gekauft werden und da weiß sie immer noch nicht was der kostet.

    Vom Händler aus geht es zu den Feldern. Der seichte Regen prasselt gegen die Scheibe des Treckers und Melli zieht etwas benommen ihre Bahnen.

    Landleben in Hinterkaifeck. Mai-1


    Nach erledigter Arbeit und einem kleinen Nickerchen auf dem Sofa, sie ist eingeschlafen als sie sich ein Youtube-Video von Sibbers Husum angeschaut hat, beschließt Melli Julia zu besuchen, ganz spontan ohne Voranmeldung. In der Bäckerei erkundigt sie sich. Die Mutter steht hinter dem Tresen und freut sich sehr. Sie kommt hinter dem Tresen hervor drückt Melli und führt sie nach oben in die Wohnung. Auch Julia freut sich über den Besuch und ist sichtlich überrascht. -Ich bin mit der Arbeit für heute, na gut, ich muss später noch die Kühe füttern, fertig. Daher kam mir die Idee, wenn ich schon einen Nachmittag frei habe, komme ich einfach mal vorbei.- Julia geht in die Backstube und holt einen frischen Butterkuchen nach oben. Auf dem Butterkuchen ist ein Sticker "Fabian´s Butterkuchen". Melli schaut nachdenklich "wer ist Fabian?"

    Landleben in Hinterkaifeck. Mai-1

  • -Mai 2019-


    Immer noch mit der Frage im Kopf, wer denn wohl dieser Fabian ist, sitzt Melli vor ihrem Stück Butterkuchen, der diesen Namen trägt, bis das Telefon klingelt. Der Blick auf das Display verrät, dass es Helmut ist -Hust… Räusper…- ja es ist Helmut! -Ähm Melli... heute könnte ich Deine Hilfe gebrauchen, mein 800er Vario ist zur Inspektion und ich müsste ein Feld grubbern und ein anderes pflügen... würdest du das für mich übernehmen?- Natürlich hilft Melli dem lieben Helmut aus und macht sich nach Kaffee und Kuchen mit Julia auf den Weg zum Hof. Melli hat Julia gefragt, ob sie mitkommen möchte und da Julia heute nichts mehr zu tun hat, lehnt sie nicht ab. Am Hof angekommen stehen Vater und Sohn Reithmayer auf dem Hof und sprechen wild gestikulierend mit Max. Dieser steht wie eine Eiche da und hört sich das dumme Geschwafel der beiden an. Als Philipp die beiden herannahenden Mädels entdeckt schaltet sich sein Gehirn abermals aus -ach nein, sie mal einer an... jetzt ist die Fummeltrine auch noch lesbisch!- Melli geht an ihm vorbei und holt abermals zur Backpfeife aus... es klatsch... aber kein Beifall. Philipp außer sich, sein Vater auch, schreit Max an. -WAS HAST DU UNS DORT IN DAS DORF GEHOLT??!! NICHT DAS WIR SCHON MIT DIESEM SUBJEKT ZU TUN HABEN, NEIN, JETZT NOCH SO EINE GEWALTÄTIGE PERSON!!!- Max schüttelt den Kopf, dreht sich um, lässt die beiden Neandertaler stehen und geht. Melli und Julia, die bereits den Grubber klar machen, lachen herzlich über diese wortlose Abfuhr. Dann geht es mit dem Grubber zu Feld 10 und die Arbeit beginnt. Helmut hatte im letzten Jahr ganz schön Pech gehabt, denn hier stehen noch die verfaulten Rüben aus dem letzten Jahr. Erst hat es Wochenlang geregnet und keine Maschine konnte auf das Feld und als es dann endlich möglich war, war die Erntemaschine defekt und die Natur nahm ihren Lauf. Julia steigt für zwei Bahnen vom Schlepper um ein schönes Bild zu schießen.

    Landleben in Hinterkaifeck. Mai-2


    Bevor es weiter zum Pflügen auf Feld 34 geht, werden gegen 18:30 Uhr noch kurz die Tiere versorgt. Auf Feld 34 hatte Helmut die Schnapsidee, anders kann es nicht gewesen sein, Baumwolle anzupflanzen. Ging natürlich nach hinten los und muss untergepflügt werden. Während Julia die Hühner füttert, belädt Melli den Futtermischwagen mit frischen Ballen. Der 660er Arion wurde bereits für das Pflügen vorbereitet. Melli´s Augen glitzern bei diesem Anblick und Julia hält den Moment wieder mit einem coolen Foto fest.

    Landleben in Hinterkaifeck. Mai-2


    Dann geht es wieder auf´s Feld. Julia, immer noch mit von der Partie, wie auch die Frage wer denn dieser Fabian ist. Melli hat immer noch den leckeren Butterkuchen und dessen Namen im Kopf. Die Neugier frisst sie regelrecht auf und somit folgt dann auch die Frage zur Aufklärung. Julia antwortet ihr - Es gab viel zu klären, als ich mit meinen Eltern über meine Veränderung gesprochen habe und so ging es auch um einige Produkte. Alles hat ja irgendwie seine Zeit und somit hat der Butterkuchen, welcher nach meinem Rezept entstanden ist, meinen alten Namen *Fabian** behalten, damit die Kunden die Bindung zum Produkt behalten. Das ist kein Problem für sich, sicher werde ich immer wieder daran erinnert, aber auch diese Zeit gehört zu meinem Leben. Um auch die Julia in die Ladenregale zu bekommen, lies ich mir was neues einfallen und habe "Julia´s Baiser" in den Umlauf gebracht. Diese unterstreichen auch perfekt meine Leichtigkeit ;)- Melli ist sichtlich gerührt von dieser kleinen Geschichte und fährt weiter die Bahnen ab. Viel zu sagen gibt es dazu nicht, aber es ist doch sehr interessant und es kommen immer mehr Fragen auf. Julia steigt noch einmal vom Arion und ein schönes Foto von der Arbeit in der Nacht zu machen.

    Landleben in Hinterkaifeck. Mai-2


    Das Feld ist noch nicht ganz fertig und Melli muss da am nächsten Tag noch einmal ran. Am Hof angekommen schart Luise schon wartend mit den Füßen, das Abendessen steht schon seid zwei Stunden fertig in der Küche. Melli und Julia sind von dem frische, aber bereits kalten Zwiebelkuchen begeistert und beide essen drei große Stücke. Max erzählt währenddessen von Helmut´s defekten 800er Vario, der wohl einen Totalschaden erlitten hat. Melli verspürt mit einem breiten Grinsen einen inneren Reichsparteitag und greift zum Handy. -Na Helmut... Inspektion???...- und beginnt zu lachen. -Vielleicht solltest du doch mal einen Claas ausprobieren. Es gibt auch Qualität aus Harsewinkel mein Lieber.- Helmut, etwas frustriert bringt ein sanftes Lachen heraus und beendet das Gespräch -Du freches Ding... Qualität meine Liebe... kommt einzig und allein aus Obermarktdorf!!!! Und wenn kommt mir wieder nur, aber wirklich nur ein Fendt auf den Hof!!!- und legt auf. Melli hatte das Handy auf Freisprechen und alle vier amüsieren sich prächtig. Max schaut in die Runde und genießt diesen Moment. Melli begleitet Julia noch zur Tür und schickt dem lieben Helmut noch ein Bild via WhatsApp mit dem Text "Gute Nacht du Sturkopf ;) hier noch einmal, nur für dich, richtig gut funktionierende Technik aus Harsefeld"

    Landleben in Hinterkaifeck. Mai-2

  • -Juni 2019-


    Einer neuer Monat bricht an. Das Getreide wächst, die Tiere erfreuen sich bester Gesundheit. Beim Frühstück schaut Melli auf das Tablet und liest sich den Blog von ihrem guten Freund phFARM durch, der am Wochenende auf der Agritechnica in Hannover war und mal wieder super Bilder geschossen hat. So ein Claas Axion 960 TerraTrac ist schon was feines, aber für diesen Hof einfach zu mächtig. Aber heute ist ein ganz besonderer Tag. Heute kommt die Firma Farmer-Five und stellt den Hofladen auf. Melli ist sichtlich gespannt und aufgeregt wie das neue Häuschen aussieht und vor allem ob es dann auch von der Bevölkerung angenommen wird. Aber vorher geht es erst einmal wieder auf´s Feld.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juni-1


    Pflügen ist auf Feld 27 angesagt. Nein, nicht für Melli selbst, sondern für Helmut, dessen neuer 700 Vario immer noch nicht da ist. Nach einer heftigen Arie hat Helmut dann auch das Geld überwiesen und somit beträgt der Kontostand 40121,00€. Hinzu kommt noch die Lohn für dieses Feld, aber es wird auch noch die Rechnung von der Firma Farmer-Five folgen. Aber genug der Zahlen, es gibt keine schönere Arbeit als zu Pflügen. Bis Melli am Bahnende Philipp mit Pick-Nick-Korb in der Hand entdeckt. Melli´s Gedanken lassen sie dreckig grinsen, denn sie ist sich nicht sicher ob sie den Korb retten soll bevor sie Philipp überfährt. Sie bleibt knapp vor ihm stehen, das 900kg Gewicht steht knappe 5cm vor Philipp´s Bauch. -das hättest du nicht gewagt- sagt er mit leicht verschwitzter Stirn. -sei dir dessen nicht so sicher- entgegnet Melli knapp mit ernster Miene -was willst du?- Eigentlich wollte Philipp sich entschuldigen, kam aber in seiner ganzen aufgestauten Wut nur mit Belehrungen und ob nicht und vielleicht... ach was soll der Schmarrn... -nimm deinen Korb und hau ab! Du kleiner dummer Hinterweltler, mach die Augen auf und schaue ins Leben! Und nun lass mich weiter arbeiten.- Ich hätte den Korb retten sollen, bevor ich ihn überfahre denkt sich Melli und fängt vor Freude an zu lachen. Dann pflügt sie weiter das Feld.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juni-1


    Am Abend ist es dann so weit. Am Hof angekommen stehen die Handwerker und Max am Hof. Melli kann es kaum erwarten das neue Verkaufshäuschen zu sehen. Dann fährt auch der Chef von Farmer-Five auf den Hof. Jedes seiner Häuser übergibt er höchst persönlich, da ist ihm einfach dran gelegen. Die Bindung zum Kunden ist entscheidend, auch für zukünftige Geschäfte. Somit gehen alle zusammen, natürlich wurde auch Helmut zu dieser kleinen Einweihung geladen mit einem Kasten Hefeweizen runter zum neuen Verkaufshaus.

    Melli schießen vor Freude Tränen in die Augen. -Dieses Häuschen ist so schön geworden und ihr habt die Farbe des Hofes so super getroffen! Man sieht sofort wo dieses Häuschen zugehört. Ganz lieben Dank!!!-

    Landleben in Hinterkaifeck. Juni-1

  • -Juni 2019-


    Die kleine aber feine Eröffnungsfeier des Hofladens war ein voller Erfolg. Luise hatte ein paar Gläser Marmelade gekocht und Walter vom Schafhof hat ein paar Gläser Honig aus eigener Produktion vorbeigebracht. Im Gespräch mit Walter wollte Melli alles zum Thema Honig wissen. Melli selbst hat ein paar Hühner ausgepresst um auch die ersten Eier verkaufen zu können. Es war eine super Stimmung an diesem Abend. Am Morgen geht es dann erst einmal wieder runter zum Hofladen um die Werbetafel neu zu beschreiben. Schließlich sollen die Kunden wissen was es gibt.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juni-2


    Danach geht es noch einmal auf das Feld von Helmut, die letzten Bahnen pflügen. Im Anschluss ist fast Feierabend. Zwei dinge müssen noch erledigt werden. Die Rechnung für den Hofladen wird überwiesen, faire 6500,00€ für Material und Arbeitslohn hat das Häuschen gekostet. Im gleichen Zuge wurde ein Angebot für ein Bienenhäuschen eingeholt. dann ging es bei Helmut vorbei, er meinte, dass die Arbeit doch Nachbarschaftshilfe wäre und diese Bar auf die Kralle mit 2275,00€ bezahlt werden könnte. Von hier aus geht´s zum Landmaschinenhändler, Diesel tanken für 294,00€.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juni-2


    Im Anschluss mit einem Karton Eier dann zur Brunner Backerei.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juni-2


    Im Laden wird Melli freudestrahlend erwartet. Julia´s Vater drückt Melli die Eier in die Hand. Diese werden nicht kühl gelagert, sondern nur trocken ohne Lichteinfluss. Das Aroma der Eier kommt so einfach noch besser zur Geltung und für Julia´s Baiser ist das ungeheuer wichtig. Dann geht Melli die Treppen hoch in die Wohnung zu Julia. Auch Julia freut sich über den überraschenden Besuch und nimmt Melli herzlich in die Arme, kocht einen Kaffee und stellt ein bisschen Gebäck auf den kleinen runden Stubentisch. Julia´s leuchtende Augen machen Melli ein bisschen nervös, irgendwie würde sie gerne die Flucht ergreifen, weiß aber auch nicht wieso. Melli möchte mehr von Julia und ihrem Lebensweg erfahren und fragt vorsichtig nach. Aber Julia möchte den Nachmittag genießen und weicht der Frage aus. -gerne ein anderes Mal, aber bitte nicht heute- antwortet sie kurz und knapp. Melli versucht ihre Enttäuschung nicht zu zeigen und schwenkt auf ein anderes Thema und erzählt ihr von der Begegnung mit Philipp, was ihr durch den Kopf ging und wie sie auf seinen Blödsinn reagierte. Beide lachen, lästern und amüsieren sich über diesen Holzkopf.

    Zu Abend hin ist Kassensturz angesagt. In das Kassenbuch werden die Einträge der letzten Tage hinzugefügt.

  • -Juli 2019-


    Melli streckt sich und der Kopf dreht sich. Nein, sie hat nicht getrunken, er dreht sich vor Gedanken. Zum einen die ganzen Fragen, die sie Julia stellen möchte, die merkwürdigen Annäherungsversuche von Philipp und natürlich was sie als nächstes für den Hof plant, was eindeutig am wichtigsten ist. Nach dem Frühstück geht´s aber erst einmal hinaus zu den Feldern, schauen was der Bestand so sagt. Auf dem einen Feld ist eine Fläche von 3x3 Metern eingegangen, was wirklich ärgerlich ist. Zum Glück hab ich zwei Felder mit Weizen bestellt, denkt sich Melli und nimmt eine Bodenprobe um herauszufinden warum eine so große Fläche eingegangen ist. Der Rest des Bestands steht super da, noch ein bisschen zu feucht zum Ernten, aber gut.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juli-1


    Dann sind die beiden Weiden wieder hoch genug gewachsen um sie zu mähen. Der Bestand im Lager sagt Heuballen, daran mangelt es sehr und für den Winter wird es kaum reichen. Schnell geht es mit dem Mähwerk über die Weiden, in der Hoffnung, dass es noch die nächsten Tage trocknet und gepresst werden kann.

    Dann kommt der Raps dran. Max hat gesagt, den Raps pflanzen wir hier im Süden im Hochsommer an. Das stieß bei Melli auf Unverständnis, denn daheim kommt dieser im Frühling in die Erde. Na gut, andere Witterung, aber so spät? Naja, wie sie Max nun kennt, braucht sie da nicht gegen an und baut ihr Lieblingsgerät an den Schlepper und befüllt den Saatguttank mit den Rapssamen. Wann das Zeug erntereif ist? Das weiß sie auch nicht. Lassen wir uns mal überraschen.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juli-1


    Während dessen kommt einer ihrer morgigen Gedanken auf den Hof geschlendert. -Hallo Melli, wie geht es dir bei diesem schönen Wetter?- Melli muss gar nicht hochschauen um zu wissen wer so geschwollen daherkommt. -Was verschafft mir die Ehre an diesem schönen Tag, Philipp? Willst du mir wieder den Tag mit dummen Kommentaren vermiesen?- Philipp läuft etwas rot an und würde am liebsten zum verbalen Schlagabtausch ausholen, zählt aber schnell bis drei, da er weiß, dass er sowieso nur verlieren kann. -Nein, ich habe weder einen Picknickkorb dabei, noch irgendwelche unpassenden Kommentare, ich wollte einfach nur schauen wie es dir so geht und wie es so läuft.- Melli spürt, dass das nicht alles ist, lässt ihn aber gewähren, mit der nötigen Vorsicht. Sie hat die Schläuche alle angeschlossen und taucht aus der Versenkung wieder auf. -Ich will den Raps ausbringen. Also, wenn du quatschen willst, musst du mitfahren! Aber eines noch! Kommt da wieder irgendein abwertender, verachtender Müll aus dir raus, werfe ich dich vom fahrenden Schlepper!- Philipp schaut Melli skeptisch an, weiß das sie das vollkommen ernst meint und auch durchziehen wird. Nur die Kombination, fallen, fahrender Trecker, laufende Kreiselegge bereitet ihm Unbehagen. Kurze Zeit später ist man auf dem Acker.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juli-1  


    Philipp reißt sich wirklich zusammen und erzählt was bei denen auf dem Schweinehof die letzten Tage so anstand. Den Großteil ihrer Tiere verkaufen sie an den Großhandel, was wenig gewinnbringend ist. Melli´s Hofladen ist ihm natürlich auch aufgefallen und fragt, ob es eine Möglichkeit gäbe in diesem einenKühlautomaten aufzustellen um das Fleisch direkt zu verkaufen. Philipp hat bereits mit dem örtlichen Schlachter gesprochen, der die Schweine nach Wunsch und Bedarf zerlegen würde, auch würde er ihm ein Teil seiner Schweine abnehmen, wenn diese nach seinen Kriterien gehalten werden. Die gleiche Bedingung stellt Melli natürlich auch, denn wenn, kommt nur beste Bio-Qualität in den Hofladen. So nicht ganz alleine auf dem Feld, denkt sich Melli, ist auch mal ganz angenehm bis Philipp eine Frage stellt. -Melli... hatte ich jemals eine Chance bei dir?- Auf diese Frage hin möchte Melli am liebsten vor den Kreisel springen, nur um einfach nicht antworten zu müssen. Aber sie reißt sich ebenfalls zusammen. -Nein Philipp, hattest du nie und wirst du nie haben. Ich stehe einfach auf Mädels und kann mit Jungs auf Basis von Gefühlen oder gar Liebe nichts anfangen. Als guter Freund ja, aber definitiv niemals mehr.- Naja, das war nicht Philipp´s erhoffte Antwort und auch nach ein zwei Versuchen sie zu bekehren, ist dieses Thema hoffentlich vom Tisch. Ein paar Stunden und einige Fragen später steigt Philipp vom 600 Arion und Melli bestellt in aller Ruhe weiter das Feld.

  • -Juli 2019-


    Die Sorge das es doch noch regnet ist groß. Der Blick zum Himmel und auf den Wetterradar heißt nichts gutes. Hektisch läuft Melli zwischen Hof und Wiese hin und her, dann endlich, Gott sei Dank, das Gras ist durchgetrocknet, kann in Bahnen gelegt und gepresst werden. Mit dem 400 Arion und dem Schwader geht´s auf die Weiden.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juli-2


    So während der Arbeit fährt Helmut mit seinem neuen Fendt 722 Vario an der Weide vorbei. Das Bild das sich ihm bietet zwingt ihn zum anhalten. -Füße auf der Konsole, Hände im Nacken, Schoki schnökern und mit GPS Bahnen legen. Mädel, dir geht´s wohl zu gut- Melli grinst und antwortet -ich kann´s halt.- Helmut erzählt Melli von seiner neuen Errungenschaft und bietet ihr an, diese nachher ausprobieren zu können. Sie müsste nur beim Pressen, was mit der Rollant 455 Uniwrap ja möglich ist, zwei Ballen direkt hintereinander ablegen, sonst wäre der Effekt dahin. Gesagt, getan, Melli beherzigt den Rat von Helmut und legt immer zwei Ballen hintereinander ab. Im Hinterkopf schwebt aber die Frage, ob sich der gute Helmut nicht doch einen Spaß erlaubt und Melli wieder einmal auf die Schippe nehmen möchte.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juli-2


    Alle Ballen sind gepresst und verflucht viele. Die Gülle hat ganz schön am Ertrag gedreht und somit hat Melli für den Winter zu viel Vorrat liegen. Naja, mal schauen ob sie das irgendwie veräußern kann. Da wird sich bestimmt jemand finden. Am Hof angekommen geht es mit dem kleinen Claas zu Helmut. Der steht schon wartend, mit dem Fuß auf den Spießen der Ballengabel. -Hier Melli, die habe ich mir neu gekauft, eine ganz sichere und super Sache ist das. Habe ich bereits ausprobiert. Ich habe zwar die großen Quaderballen, aber für deine Rundballen müsste das auch hinhauen. So kannst du immer zwei Stück auf einmal auf und wieder abladen.- Melli ist erleichtert, doch keine Verarsche. Schnell wird der Spieß an den Frontlader gebaut und mit Flachbettanhänger geht´s zur kleinen Weide. Eine geniale Sache und es geht tatsächlich doppelt so schnell, wenn die Ballen dann direkt nebeneinander liegen. Jene die weggerollt sind, müssen dann noch einmal beieinander gelegt werden, aber das ist halt so.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juli-2


    Mit den Ballen der ersten Weide geht es wieder zum Hof. Ganze 18 Stück sind es geworden. Beim Gedanken wie viele Ballen auf der anderen Wiese liegen könnten wird Melli fast schwindelig. Nachdem die Ballen eingelagert sind, geht´s zum Abendessen in die Küche. Melli hat ihr Tablet dabei um die eingegangenen Emails durchzusehen.


    von: Farmerfivetom,

    an: Melli

    Betreff: Bienenhaus

    Hallo Melli,

    ich freue mich sehr über das entgegengebrachte Vertrauen in unsere Arbeit und unsere Qualität.

    Obwohl Bienenhäuser noch nicht zu meinem Sortiment zählen, habe ich mir die Sache einmal

    angeschaut, mich informiert, ein Modell entworfen und kann dir heute folgendes Angebot machen.

    Im Anhang findest du eine 3-D Ansicht aus meinem CAD-Programm.

    Das Bienenhaus kann ich dir inkl. Aufbau für 22500,00€ inkl. MwSt. anbieten. Wenn du das Bienenhaus

    haben möchtest, kannst du mit Antwort auf dieser Mail den Kauf bestätigen. Bitte berücksichtige eine

    Lieferzeit von 4-6 Wochen.

    Herzliche Grüße

    Farmerfivetom


    Melli strahlt vor Freude und dreht Max das Tablet hin. Max rollen Tränen über die Wange. -Max was ist los?- will Melli wissen, Luise steht neben ihm und streichelt ihm über die Schulter, ist aber ebenso gerührt wie Max. -Nix, ist nur eine Allergie auf besondere Dinge.- Melli guckt die beiden skeptisch an. Luise ergreift das Wort. -Melli, du bist jetzt seid sechs Monaten bei uns und hast so tolle Ideen. Doch einfach so einen Hofladen aufstellen, oder ein Bienenhaus, nein, für dich muss es zum Hof passen und das ist, was meinem lieben Max so sehr berührt. Du hast dich hier eingefunden und lässt alles dem Hof anpassen. Das die Firma Farmer-Five dann auch noch die Farben so anpasst ist einfach überwältigend. Wir beide sind zu tiefst gerührt und freuen uns sehr darüber das wir dich gefunden haben, oder du uns... ach das spielt auch keine Rolle.- Mit so viel Emotionen hat Melli nicht gerechnet und auch so laufen bald ihr kleinen Tränen über die Wange. Aber gut, Feierabend ist noch nicht. Max füttert die Tiere und Melli fährt mit dem Ballenspieß wieder raus zur anderen Weide um die letzten Heuballen zu bergen.

  • -Juli 2019-


    Melli ist wieder auf der Weide unterwegs, Max kümmert sich um die Tiere. 30zig Ballen sind auf der zweiten Weide zusammen gekommen, welche Melli in den Unterstand stapelt. Die letzten Ballen finden nun auch dort ihren Platz.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juli-3


    Max hingegen hat ein stechen in der Nase. Er riecht die Erntezeit kommen und kümmert sich bei der herannahenden Nacht noch einmal um den Claas Dominator. Hier werden die Riemen und Ketten noch einmal geprüft und nötiges Schmiermittel und Öl nachgeschaut und wenn nötig aufgefüllt. Der Treue Drescher, Baujahr 1990 wird gepflegt wie ein wahrer Schatz und das Alter von 29 Jahren sieht man dem Gerät nicht an, wie auch die 2125 Betriebsstunden. Dieses Gerät gibt er nur ungern aus der Hand und so wird über Tage hinweg mit Melli diskutiert und gestritten, aber sie lässt nicht nach und möchte den Drescher selber steuern, während Max das Abfahrgespann fährt. -Die Diskussion ist noch nicht gegessen meine Liebe, noch nicht!- waren Max´s letzten Worte bevor er an diesem Morgen den Tisch verlies. Luise schmunzelte und zwinkerte Melli zu. -Und ob das Thema gegessen ist.- dachte sich Melli an diesem Morgen.

    Landleben in Hinterkaifeck. Juli-3


    Um kurz vor 22 Uhr sind alle Arbeiten des Tages erledigt. Als Melli von der Fahrzeughalle Richtung Hauseingang geht steht Julia vor der Tür. -Hi, mir war langweilig und ich wollte fragen ob wir einen Film zusammen schauen wollen.- Melli war auf diese Überraschung nicht vorbereitet und bittet Julia ins Haus, rauf in ihr Zimmer. Dann springt sie noch schnell unter die Dusche um sich den Staub aus dem Gesicht zu waschen. Beim Abtrocknen schaut sie aus dem Fenster und ist von der Dämmerung, den beleuchteten Straßen, den spiegelnden See und ihrem Hofladen etwas in Gedanken versunken....

    Landleben in Hinterkaifeck. Juli-3


    ….tritt auf den Flur in ihr Zimmer, wo sie von einer leicht bekleideten Julia, nichts ahnend, empfangen wird....

  • -August 2019-


    Als Melli wach wird liegt Julia noch in ihrem Arm und hat noch weniger an wie am vorangegangenen Abend. Als sie sich aus dem Bett schälen möchte wird auch Julia wach, rollt sich auf sie um sie mit einem innigen Kuss zu begrüßen. Kurze Zeit später sitzen die beiden am Frühstückstisch. Julia hat heute frei, sonst hätte sie schon vor zwei Stunden in der Backstube stehen müssen, jetzt ist es kurz nach sechs Uhr. Max schaut in die Runde, links von ihm Luise, glitzernde Augen vor Freude, rechts von ihm, zwei gackernde Hühner die am liebsten wieder auf´s Zimmer verschwinden würden. Links immer noch Luise. -Sodom und Gomorrha.... ich bin zu alt für diesen Scheiß.... ich gehe Kühe füttern und Hühner streicheln... ach quatsch.... füttern!!!- rutsch es Max raus und verlässt wie der fliegende Wind den Raum. Die anderen drei schauen sich an und fangen lauthals an zu lachen. Nach dem letzten Schluck Kaffee wird das Güllefass an den 600 Arion geklemmt und die Wiesen bekommen ihren Dünger, denn die Güllegrube ist mit über 100tausend Liter gut gefüllt. Das erste Fass ist befüllt und es geht raus auf die Weiden.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-1


    So wie Max es schon vermutet, oder besser gesagt, gerochen hat, ist der Hafer bereit zum Ernten, muss sich nur noch der Morgentau auflösen, damit das Getreide trocken genug ist. Der Hafer wird komplett verkauft, denn hierfür gibt es auf dem Hof keine Verwendung. Ein Teil bekommt die Bäckerei, den Rest der Pferdehof. Bei schönstem Wetter holt Melli der Claas Dominator 108 SL Maxi aus seinem Versteck. Beim anlassen bekommt sie direkt eine Gänsehaut. Um nicht die Zäune über den Haufen zu fahren nimmt sie einen kleinen Umweg in Kauf und fährt mit eingeschalteter Rundumleuchte auf die Straße zu. Der Respekt ist groß als sie auf diese mit dem, für ihre Verhältnisse, großen Geschütz auf die Straße einbiegt.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-1


    Zum Mittag steht das Erntegeschwader am Hof bereit. Julia, die sich gerne hilfsbereit einbringen möchte, hat unter Max´s Aufsicht die beiden Welger-Kipper, der eine Baujahr 1979, der andere 1983 aus dem Unterstand geholt. Auch die Kipper, ihnen sieht man ihr alter nicht an, wurden wie der Dominator auch, immer gut gepflegt und das Farbkleid welches sie tragen ist nicht das erste. Nicht eine Roststelle weisen diese beiden Oldies auf.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-1


    Vor der beginnenden Ernte sitzt man noch am Mittagstisch zusammen und bespricht den Ablauf. Max hat ein bisschen bedenken und möchte das Abfahrgespann lieber selber fahren, da Julia einfach die nötige Routine fehlt. Julia hat damit überhaupt kein Problem, schlingt ihre Arme um Melli und sagt -Dann fahre ich bei dir mit!- , -Ne ne ne.... du möchtest doch die nötige Routine bekommen, oder? Du bleibst schön bei mir und lernst!!!- erwidert Max. Die drei Mädels schauen sich an und unter einem leichten Lachen stimmen sie Max seiner Anweisung zu.

  • -August 2019-


    Die Ernte hat begonnen und wie abgestimmt sitzt jeder dort, wo er sitzen sollte. Melli steuert den Claas Dominator über das Feld während Julia mit Max an Bord am Feldrand aus das Abbunkern des Dreschers wartet.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-2


    Der Drescher ist ein drittes Mal fast voll und Melli fährt zum Abfahrgespann wo Julia schon sehnsüchtig darauf wartet losfahren zu können. Der erste 7,1 Tonnen Kipper ist schon bis oben hin voll und der zweite ebenfalls halb gefüllt, als Melli an den Anhänger heran fährt. Dann startet sie das Überladen, damit Julia zum Pferdehof und zur Bäckerei durchstarten kann.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-2


    Melli fährt die letzten Reihen ab, während Julia mit einem leicht schwitzenden Max über die Straßen zum Pferdehof fährt. Max, etwas angespannt klammert sich an den Griff der Tür, während Julia ihn bittet, diesen nicht abzureißen. Max erwidert mit einem verkrampften Grinsen. Vom Pferdehof, wo 7,1 Tonnen abgeladen wurden, geht es dann zur Bäckerei wo der zweite Kipper abgeladen wird. Hilfe braucht sie da nicht, kennt ja das Lager der Bäckerei gut genug.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-2


    Julia´s Vater tritt vor die Tür, Max schon kreidebleich von den kurvigen Straßen nutzt seine Chance und steigt vom Schlepper. -Max... alles gut? Du bist so blass um die Nase herum...- erkundigt sich Julia´s Vater. Max bittet um einen starken Kaffee und ein großes Stück Butterkuchen und schaut zu Julia. -Ich bin mir sicher, dass du die nächste Tour ganz gut alleine fahren kannst und ich nicht zwingend daneben sitzen muss.- Julia zwinkert dem lieben Max zu, schließt die Tür und macht sich wieder auf den Weg zurück zum Feld. Dort angekommen sieht sie Melli auf dem Drescher sitzen, wie sie die letzten Bahnen abfährt.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-2


    Melli fährt stolz über das Feld, der Ertrag ist gut und während der Fahrt rechnet sie schon einmal kurz die Erlöse aus. Der Pferdehof zahlt ihr für die 7,1 Tonnen 6567,00€, die Bäckerei für die restlichen 13,2 Tonnen 13794,00€. Ein toller Erlös für dieses Feld. Bevor Melli die letzten zwei Bahnen drischt zieht Julia sie vom Drescher in den hoch gewachsenen Hafer, küsst und streichelt sie leidenschaftlich. Zwei Stunden später ist die kleine Pause beendet und Melli steigt in Trance wieder auf den Drescher um die letzten beiden Bahnen zu ernten.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-2


    Luise ist währenddessen mit ein paar jungen männlichen Hühner zum Schlachter gefahren um diese zu verkaufen. Diese sind jetzt groß genug um verkauft zu werden und bringen zusätzliche 46,00€ ein.


  • -August 2019-


    Nach der Ernte ist vor der Ernte, wie der Volksmund so schön sagt und deshalb ist Melli am nächsten Morgen mit dem Grubber auf dem frisch gedroschenen Acker um die Stoppeln unterzuarbeiten. Hier arbeitet sie auch wieder ganz entspannt mit GPS und lässt den Schlepper bis auf das Wenden selber die Bahnen fahren, denn ein bisschen möchte sie ja auch noch machen. Zwischendurch wird immer wieder mal eine Whatsapp mit Julia ausgetauscht, die in der Bäckerei fleißig am Backen ist.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-3


    Melli ist im Augenblick total auf Wolke sieben, aber dennoch hoch konzentriert bei der Arbeit. Nach dem Grubbern fährt sie noch einmal an den Weizenfeldern vorbei, die aber immer noch nicht trocken genug ist. Das Wetter wird die nächsten Tage umschlagen und die Zeit sitzt ihr so ein bisschen im Nacken. Aber es nützt nichts, es muss ja weitergehen. Nach dem Grubbern darf auch der kleine Arion mal wieder ran. Mit Frontgewicht und Striegel geht es auf das Feld um die Zwischenfrucht in die Erde zu bringen. Sie möchte dem Boden ein wenig Ruhe lassen und wird den Ölrettich untergrubbern, sobald es im Frühjahr möglich ist. anschließend wird die Gülle ausgefahren und dann die Felder neu bestellt, nur womit, das steht noch in den Sternen.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-3


    Zwischendurch lässt sie alles noch einmal kurz stehen um die Kühe zu versorgen. Beim Blick in den Stall sieht sie, dass es mit den ersten Kälbern nicht mehr lange dauern kann und die Kühe endlich Milch für den Hofladen geben. Auch ein neues Projekt steht ihr schon im Kopf geschrieben, aber dazu mehr, wenn es soweit ist. Mit Wasser und frischem Futter wurden die Kühe versorgt und so geht es bei der Abenddämmerung wieder auf das Feld um die letzten Bahnen Ölrettich auszubringen. Mit dem Arbeitslicht hat sie einen guten Überblick bei der einbrechenden Dunkelheit.

    Landleben in Hinterkaifeck. August-3


    Nachdem sie alles sauber gemacht und in die Unterstände und Hallen gebracht hat, geht sie ins Haus, wo Max und Luise schon am Tisch sitzend aus sie warten. -Melli, wir haben total vergessen dir etwas zu sagen... wir sind nächsten Monat nicht da, weil wir uns nach langer, langer Zeit endlich einmal einen Urlaub erlauben wollten. Wir haben so sehr gehofft, dass die Ernte abgeschlossen ist wenn wir fahren, es tut uns wirklich sehr Leid, dass wir dich so hängen lassen.- sagt Luise, der die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben steht. Auch Max sitzt mit gesenktem Kopf da und schaut nur einmal kurz nach oben. Melli stellt sich zwischen die beiden und legt die Arme auf deren Schultern. -Hey ihr zwei... ihr habt so lange und so viel geschuftet… und euch diesen ersten Urlaub redlich verdient. Fahrt weg, genießt die Zeit... aber lasst mir einen Schlüssel da! Ich bekomme das schon hin und das der Weizen noch nicht die gewünschte Qualität hat, dafür könnt ihr ja nichts. Ich werde schon eine Lösung finden und mir Hilfe suchen... und wenn ich keine finde, dann fahre ich halt beide Gespanne, macht euch keine Gedanken, es ist alles okay.- Luise und Max sind nur halbwegs erleichtert, wissen aber auch, das Melli das irgendwie meistern wird. Melli geht auf ihr Zimmer und schreibt Julia eine Nachricht...

    "Hab ich wirklich gerade ich liebe dich gesagt" fragt sich Melli total in Gedanken verloren. Wow, wie konnte das nur passieren, was ist nur los mit mir. Im Bett liegend fährt sie Karussell mit ihren Gedanken. Das ist viel zu früh, bin ich gerade so verzweifelt, dass ich das gesagt habe, oder ist es ein tieferes Gefühl das es so ist. Nein es war zu früh für diese Worte, viel zu früh, wie komme ich da nur wieder raus... muss ich da überhaupt raus, will ich da überhaupt raus??? So wird das nichts... Melli rennt die Treppe herunter in das Wohnzimmer wo Max im Sessel sitzt und schläft. -MAX!!!! WO IST DER KRÄUTERLIKÖR??? Ich brauche dringend Hilfe!!!- brüllt Melli durch das Wohnzimmer. Max springt auf, fällt dabei fast nach vorne auf die Tischplatte um und entgegnet -welche Kuh braucht Hilfe???- Melli guckt ihn etwas entgeistert an, sieht aber auch, dass sie ihn aus einem tiefen Traum gerissen hat. -Ich brauche Hilfe... wo ist der Kräuterlikör, ich brauche einen klaren Kopf, sonst komme ich nicht in den Schlaf!- Dann steht Luise in der Tür, mit einem Becher heißer Milch. -Hier meine Liebe, Alkohol ist keine Lösung! Nimm den Becher ruhig mit auf dein Zimmer, trink ihn aus und leg dich hin. Du wirst im Nu einschlafen, dass verspreche ich dir.- , -Und du alter Ochse kommst jetzt mit ins Bett!-

  • -September 2019-


    Früh am Morgen springt Melli aus dem Bett, der Hof ist ruhig und leer und es steht kein fertiger Kaffee auf dem Frühstückstisch. Schnell einen gekocht, für sich selber mit einem klassischen Keramikfilter aufgegossen direkt in den Becher. Der Duft der Röstaromen steigen ihr direkt in die Nase und versetzt sie in ein Glücksgefühl. Dann der Blick in den Wetterscanner, der eher das Gegenteil auslöst. Nicht nur das Max und Luise nicht da sind, jetzt ist auch noch Schietwetter angesagt. Somit bleibt keine Zeit für Frühstück und es geht mit dem Drescher auf das erste Weizenfeld. Es ist noch dunkel als sie mit der Ernte beginnt. Die Kipper hat sie nach dem Füttern noch schnell am Feldrand abgestellt bis die erwartete Hilfe eintrifft.

    Landleben in Hinterkaifeck. September-1


    Im Morgengrauen taucht dann, wie nicht anders zu erwarten mit Festtagsbeleuchtung, Helmut auf, hängt die beiden Kipper an seinen viel zu schweren, untermotorisierten 718 Vario, dass darf er nie erfahren, dass Melli so denkt...

    Landleben in Hinterkaifeck. September-1


    ...und macht sich mit den ersten 14,2 Tonnen auf dem Weg zur Bäckerei. Dort angekommen stellt er das Gespann vor der Rampe ab und geht direkt in die Backstube um Walter ein Mettbrötchen aus dem Kreuz zu leiern. Er kann ja so wehleidig sein wenn es um Essen geht und so wird aus einer Stulle gleich drei Stullen, bevor er die Ladung in den Bunker kippt.

    Landleben in Hinterkaifeck. September-1


    Melli steht währenddessen auf dem Feld und wartet, der Bunker des Dreschers ist randvoll und die Schlechtwetterfront rückt immer näher. Melli kann sich denken wo ihr dicker Helferfreund steckt, oder was er sich zwischen die Kiemen schiebt. Dann taucht er mit lautem Getöse wieder auf. Mit einem Grinsen im Gesicht steigt sie die Treppen zum Vario hoch und fragt -sag mal Helmut... ist das die Leistung die da so schreit, oder die Hilflosigkeit des Motors zum momentanen Gewicht?- Helmut guckt Melli an, weiß das er sich jetzt kein Kommentar erlauben kann und greift nach dem Kaffeebecher -hau ab du freches Ding, da hinten kommt das schlechte Wetter und der Regen! Momentane Gewicht... was denkst du nur... Unverschämtheit!- Beide lachen und nachdem der Drescher geleert ist, setzt Melli den Drescher auf das zweite Feld um. Hier schafft sie noch das Vorgewende und weitere acht Bahnen, dann setzt der angekündigte Regen ein.

    Landleben in Hinterkaifeck. September-1


    Helmut bringt die beiden Anhänger ins Lager, bislang sind 31,131 Tonnen Weizen eingelagert worden. Was noch kommt steht in den Sternen, denn der Wetterbericht verheißt nichts gutes. Uns so geht auch sie zurück zum Hof. Helmut hat sich ein Schlechtwetterbier geöffnet und Melli steht am Herd. Sie kocht eine norddeutsche Spezialität, zu der sich Helmut hat überreden lassen. Kross gebratenes Knipp, Bratkartoffel mit Speck und saurer Gurke. Helmut rollt mit den Augen als er das braune Zeug auf dem Teller sieht und erkundigt sich skeptisch ob man das wirklich essen kann. Melli haut ihn in den Nacken -lass es dir schmecken und schau mal über den Tellerrand des Südens hinaus!- Dann wird gegessen und Helmut stellt schnell fest, dass es nicht so schlecht schmeckt, wie es aussieht, nein, ganz im Gegenteil wie die dritte Portion zeigt.


  • -Oktober 2019-


    es regnet und regnet und regnet. Das Thermometer fällt Richtung sibirische Kälte und Melli´s Laune ist fast am Tiefpunkt angekommen. Aber es hilft nichts, Wetter ist Wetter und lässt sich halt nicht bestimmen. Jede Stunde geht sie zum Weizenfeld, knipst ein zwei Ähren ab, zerreibt diese und... immer noch zu feucht. Stunden später wieder zum Feld, Körner in den Feuchtigkeitsmesser, warten, immer noch 23% Restfeuchtigkeit. So geht es jetzt schon seid Tagen. Es regnet zwar nicht mehr, aber die Luft ist so feucht, dass das Getreide einfach nicht trocken wird. Das Thema Ernte wird sich somit wohl erledigt haben. Jammern hilft da auch nicht, also hängt Melli die Drille an den 600er Arion und bringt die Zwischenfrucht auf dem anderen Weizenschlag aus, nicht das noch der Frost einsetzt und die Vorbereitung auch noch ausfällt.

    Landleben in Hinterkaifeck. Oktober-1


    Nächstes Jahr muss sie doch etwas anders vorgehen und die Aussaat eventuell im Herbst ausbringen, damit die Zeit zum Ernten etwas länger und sicherer ist. Nach dem Sähen der Zwischenfrucht füttert sie noch die Tiere, bringt die Eier in den Hofladen und verkauft beim Schlachter noch ein paar Hühner, die gut angesetzt haben. Später ist sie noch mit Julia, Philipp anderen jungen Hohenbrunnern in der Gastwirtschaft verabredet. Philipp ist auch am schimpfen -Das ist jetzt das dritte Jahr in Folge, dass der Sommer brütend heiß ist und wenn man dann endlich ernten kann, schlägt das Wetter um und es ist nur noch am regnen. Letztes Jahr habe ich 8ha Getreide und Raps unterpflügen müssen! Das kann doch nicht wahr sein!- Melli hängt total durch, Julia streichelt ihren Rücken und versucht sie aufzubauen. Nach vier Gläsern Wein gehen die beiden nach Hause und legen sich ins Bett um noch einen schönen Film zu schauen und den Abend ausklingen zu lassen. Ach, zwischendurch hat Melli das Kassenbuch noch einmal überarbeitet, da hat ihr etwas noch nicht so richtig gefallen.